Über kaum einen Komponisten hält sich ein Gerücht so hartnäckig wie über Antonio Salieri. Die Dokumentation "Der Komponist Antonio Salieri – Mythos vom Mörder Mozarts" spürt diesem Bild nach und blickt auf einen Musiker, dessen tatsächliches Wirken lange hinter einer populären Legende verschwand. Die Dokumentation erzählt von Salieris Anfängen in Norditalien über seine Ankunft in Wien bis zu seiner Rolle als Hofkapellmeister – und zeigt einen Künstler, der das Musikleben seiner Zeit maßgeblich prägte.
Schauspieler und Salieri-Liebhaber Tobias Moretti führt durch die Dokumentation, Stars wie die deutsche Sopranistin Diana Damrau, der italienische Tenor Rolando Villazón oder der italienische Dirigent Riccardo Muti erzählen aus Salieris Leben und zu seinem Werk. Zusammen mit Original-Briefen, Auszügen aus Partituren und szenische Rekonstruktionen entstehen so ein vielschichtiges Porträt und ein differenzierter Blick auf das Verhältnis zwischen Mozart und Salieri. Rivalität und gegenseitige Neugier standen hier nebeneinander und bildeten ein weit komplexeres Bild als die spätere Erzählung vom intriganten Gegenspieler. Die Dokumentation zeigt, wie politische Umbrüche, ästhetische Debatten und ein anonym verbreitetes Gerücht das Fundament für einen Mythos legten.
Salieris Bedeutung als Lehrer – von Beethoven bis Schubert – rückt ebenso in den Fokus wie seine internationale Wirkung. Der Film entfaltet das Panorama einer Epoche im Wandel und erzählt zugleich die Geschichte eines Musikers, dessen Werk und Persönlichkeit sich erst nach Jahrhunderten aus den Schatten der Überlieferung lösen. Eine Annäherung an einen lange missverstandenen Künstler – und eine Einladung, Salieris Werk wiederzuentdecken.