"Tracks East" zeigt, wo der Drohnenkrieg am unerbittlichsten ist, und fragt: Was macht das mit den Menschen, die ihn tagtäglich erleben? An der Front, im Steuerzentrum und in der Stadt.
224 Tage, ohne Ablösung: So lange harrten die Infanteristen Jaroslaw (21) und Dmytro (36) in der sogenannten "Kill Zone" aus – jenem Streifen entlang der Front, den die wachsende Reichweite der Drohnen unpassierbar macht. Über den Köpfen ununterbrochen das Surren der russischen Drohnen, die nach ihnen jagen. Eine Ablösung ist lange unmöglich – denn der Moment, in dem man sein Versteck verlässt und den Blicken der Drohnen preisgibt, gilt als der tödlichste. Noch immer reagieren sie angespannt bei surrenden Geräuschen.
Versorgt werden die Soldaten in den Unterständen inzwischen komplett von Maschinen – Munition, Wasser, Essen kommen über Drohnen und Bodenroboter. Solche Bodenroboter programmiert Bogdan. Der IT-Spezialist aus Kiew setzt seine technische Erfahrung jetzt in einer Spezialeinheit ein und hofft, dass auch durch seine Arbeit und die neuen Maschinen bald weniger Menschen an die Front müssen. "Tracks East" ist bei seinem ersten Kampfeinsatz dabei.
Auch in der Abwehr retten Drohnen nun Leben. Denn jeden Tag fliegen hunderte russische Kamikaze-Billigdrohnen Richtung Ukraine. Abfangpiloten wie Topchyk versuchen diese zu zerstören, bevor sie die Städte erreichen – mit kleineren, noch billigeren Drohnen. Diese Seite des Abnutzungskriegs erklärt Tracks-East-Host Bella Khadartseva – und auch, warum trotz Abwehrdrohnen Kiew so ungeschützt ist wie schon lange nicht.