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John Cranko choreographiert "Onegin" 1967

Sternstunden der Musik

44 Min.

Verfügbar ab dem 17/10/2026

TV-Ausstrahlung am Sonntag, 18. Oktober um 17:45

Mit diesem Erfolg hatte wohl kaum jemand gerechnet: 1969 eroberte das damals eher unbekannte Stuttgarter Ballett die New Yorker Metropolitan Opera. Gezeigt wurde "Onegin" – ein Ballett nach Alexander Puschkins Gesellschaftsroman zur Musik von Peter Tschaikowsky. Das Werk zählt immer noch zu den meistgespielten Handlungsballetten. Mit Marcia Haydée in der weiblichen Hauptrolle.

Im Jahr 1961 konnte der Intendant des Stuttgarter Theaters den in London lebenden jungen Südafrikaner John Cranko überreden, die Leitung des damals kaum bekannten Stuttgarter Balletts zu übernehmen. Cranko gelang es binnen weniger Jahre, das Ensemble zu einer der erfolgreichsten Compagnien der Welt zu machen.

Wohl an keinem seiner Werke lässt sich besser zeigen, was Crankos Kunst ausmacht, als an Onegin. Das Stück, das auf Alexander Puschkins Versroman Eugen Onegin zurückgeht und ohne Worte auskommt, wurde 1965 am Stuttgarter Ballett uraufgeführt. Die Musik hat Kurt-Heinz Stolze aus verschiedenen Werken von Peter Tschaikowsky zusammengestellt und orchestriert. Vor allem die gestraffte Neufassung von 1967 gilt als Crankos größter Erfolg und steht nach wie vor bei vielen Ballettcompagnien weltweit auf dem Spielplan.

Cranko rafft Puschkins Roman, indem er das Drama auf fünf Figuren konzentriert, mit der tragischen Liebesgeschichte zwischen Tatjana und Onegin im Mittelpunkt. Die Tanzszenen der beiden bilden zentrale Momente des Balletts, die Psychologie der Figuren wird in jeder Bewegung deutlich. So zeigte Cranko, dass die Pas de deux nicht nur tänzerische Höhepunkte eines Balletts sind, sondern auch Träger der Handlung sein können.

Als Cranko ankündigte, seinen Onegin 1971 auch in Moskau zu zeigen, war das russische Publikum zunächst skeptisch. Cranko hatte es mit gleich zwei bedeutenden Werken der russischen Kultur aufgenommen: mit Puschkins Roman und mit Tschaikowskys Oper. Doch die Aufführung in Moskau wurde zu einem großen Erfolg. Kurz danach, im Jahr 1973, starb Cranko völlig überraschend.

Regie

Jan Schmidt-Garre

Land

Deutschland

Jahr

2026

Herkunft

ZDF

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