Im 4. Jahrhundert verlagerte Kaiser Konstantin das Zentrum der römischen Welt in den Osten. Am Bosporus entstand auf dem Gebiet der griechischen Stadt Byzantion nach und nach Konstantinopel – und mit der neuen Hauptstadt eine Zivilisation, die römisches Erbe, griechische Kultur und christlichen Glauben miteinander verband.
Anlässlich der Eröffnung einer neuen Abteilung für byzantinische und ostchristliche Kunst im Pariser Louvre begibt sich der Dokumentarfilm auf Spurensuche in Istanbul, auf dem Sinai, in Italien, Griechenland und Serbien. Anhand von Handschriften, Mosaiken, Ikonen und archäologischen Zeugnissen zeichnet er das Porträt eines multikulturellen Reiches, das von Austausch und Handel ebenso geprägt war wie von religiösen und politischen Konflikten.
Im 6. Jahrhundert wurde Byzanz unter Justinian zu einer Hochburg von Bau- und Bildkunst. Die Hagia Sophia und die Mosaiken von Ravenna zeugen von einem Herrschaftsanspruch, der sich als universal und gottgegeben verstand.
Im 7. Jahrhundert führten arabische Eroberungen zu tiefgreifenden Gebietsverlusten und im 8. und 9. Jahrhundert erschütterte der Bilderstreit Byzanz. Hinter der Debatte um die Verehrung von Bildern stand zugleich ein politischer Konflikt um Macht und religiöse Hoheit. 1204 markierte die Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer einen entscheidenden Wendepunkt.
Doch Byzanz blieb noch jahrhundertelang über seine Grenzen hinaus prägend. Seine Künstler und Gelehrten beeinflussten die italienische Renaissance und die europäische Kulturgeschichte nachhaltig. Bis zu seinem Untergang im Jahr 1453 gab das Reich seine Bilder, sein Wissen und einen wesentlichen Teil seiner Vorstellungswelt an die europäischen Kulturen weiter.