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Re: Tatort Kirche - Betroffene klagen an
31 Min.
Verfügbar bis zum 23/02/2030
Sendung vom 25/02/2025
Lange haben Betroffene von sexueller Gewalt durch Vertreter der katholischen Kirche geschwiegen, nun wollen sie sich wehren. Auf einer Radtour durch Bayern wollen sie auf das Thema aufmerksam machen und buchstäblich Gesicht zeigen. Auf der Reise werden sie auch mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.
Richard Kick ist einer von Tausenden Betroffenen sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Umfeld. Als Kind wurde er in den 1960er Jahren nach Gottesdiensten, Taufen oder Hochzeiten von dem Kaplan seines Heimatortes missbraucht. Dieses Trauma prägt sein ganzes Leben. Er brach die Schule ab und machte nie eine Ausbildung. Erst 2010, als verdrängte Erinnerungen wieder hochkamen, meldete er die Übergriffe der katholischen Kirche. Seitdem kämpft der 68-Jährige für die Anerkennung seines Leids.
Um auf sexuellen Missbrauch im kirchlichen Umfeld aufmerksam zu machen, hat er eine Radtour durch Bayern organisiert. In vielen deutschen Gemeinden, in denen Missbrauch stattfand, herrscht bis heute Schweigen – auch Jahrzehnte nach den Taten.
Auch Helmut Bader radelt mit. Er wurde vom Gemeindepfarrer missbraucht, da war er acht Jahre alt. Schon als Kind griff er heimlich zum Alkohol, zunächst Bier, später Hochprozentiges. Heute ist er verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Erst vor drei Jahren erzählte er seiner Tochter Sabrina von dem erlebten Missbrauch, der ihn und die ganze Familie prägt.
Aufgrund der hohen Kosten und der psychischen Belastung klagen überhaupt nur wenige Betroffene gegen die Kirche. Jens Windel tut es. Er verklagt das Bistum Hildesheim auf 400.000 Euro Schmerzensgeld. In den 80er Jahren verging sich der damalige Pfarrer vier Jahre lang an ihm.
Richard Kick, Helmut Bader, Jens Windel und andere Betroffene fordern eine ehrliche und aufrechte Aufarbeitung der Taten und dass das Schweigen der Kirche endlich ein Ende hat.
Land
Deutschland
Jahr
2024
Herkunft
ZDF
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