Daniele Gatti & Gautier Capuçon
Wagner, Saint-Saëns und Debussy
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Daniele Gatti & Gautier Capuçon
Wagner, Saint-Saëns und Debussy97 Min.
Verfügbar bis zum 16/11/2026
In diesem Konzert begegnen sich deutsche und französische Romantik auf ebenso kontrastreiche wie verwandte Weise. Wagners Musik führt tief ins Innere zu metaphysischer Stille und glühender Ekstase. Dazu entfalten zwei französische Werke ihre eigene Sinnlichkeit: Saint-Saëns’ virtuoses Cellokonzert und Debussys impressionistisches Naturpanorama.
Waldesdunkel kontra Wellenspiel, mystisches Klangweben kontra exotisch-lichte Transparenz. Und dazwischen der Verweis auf das klassische Maß in der Tonkunst.
Das Programm dieses Konzerts der Dresdner Staatskapelle spiegelt die musikalischen Einflüsse Richard Wagners auf Claude Debussy und Camille Saint-Saëns und kündet von dem zwiespältigen Verhältnis zwischen den deutschen und französischen Komponisten am Ende des 19. Jahrhunderts.
Mit Wagner verband Debussy eine Art Hassliebe. 1888 und 1889 führten ihn zwei Fahrten nach Bayreuth zu den Festspielen, wo er die „Meistersinger“, „Parsifal“ und „Tristan und Isolde“ sah. Nach seiner ersten Reise war er völlig begeistert, vor allem von der revolutionären Harmonik im „Tristan“, nahm aber später eine eher kritische Haltung ein. Grund für diese Distanzierung könnte gewesen sein, dass er Wagner als übermächtiges Vorbild sah, von dem es schwer sein würde, sich zu lösen.
Auch Saint-Saëns hatte ein eher zwiespältiges Verhältnis zu Wagner. Er bewunderte Wagners Orchestrierung, insbesondere in „Tristan und Isolde“: „Niemand vor Wagner wagte es, die Grenzen der Harmonik so furchtlos zu erweitern und seine Fähigkeit, dramatische Spannung zu erzeugen“, fand seine Opern jedoch auch überladen, langatmig und strukturell ausschweifend. Er lehnte die Dominanz des Wagnerismus in Frankreich ab, da er glaubte, dass dieser die französischen Komponisten von ihrem nationalen Stil abbrachte. Er trat sogar aus der Société Nationale de Musique aus, weil ihm der Einfluss Wagners auf die jüngeren französischen Komponisten zu weit ging. Ihm ging es in Abgrenzung zum Wagner-Wahn und dessen mystischer Aufgeladenheit, um die Rückbesinnung auf „klassische“ Klarheit in der Musiksprache.
Programm:
Richard Wagner - Vorspiel zum 3. Aufzug und Karfreitagszauber aus Parsifal
Camille Saint-Saëns - Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33
Claude Debussy - La mer
Richard Wagner - Vorspiel und Isoldes Liebestod aus Tristan und Isolde
Aufzeichnung vom 15. Mai 2026 in der Semperoper Dresden.
Mit
Gautier Capuçon (Violoncello)
Regie
Beatrix Conrad
Produktion
EuroArts
Dirigent/-in
Daniele Gatti
Orchester
Staatskapelle Dresden
Autor:in
Beatrix Conrad
Land
Deutschland
Jahr
2026
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