Die Geschichte des Tango-Instruments Bandoneon begann im 19. Jahrhundert als "Bergmannsklavier" in Deutschland und gelangte erst danach mit den europäischen Auswanderern nach Argentinien. Was niemand weiß: Vor hundert Jahren gab es in Deutschland mehr Bandoneonvereine als heute Fußballvereine und fast alle Instrumente auf der Welt stammten aus einem einzigen Dorf im Erzgebirge, weitergegeben von Generation zu Generation, eingetauscht gegen Schafe und Kälber.
Die bunte, kurzweilige Dokumentation von Helena Rüegg und Wiebke Pöpel geht der Geschichte dieses Ausnahmeinstruments in Deutschland, Argentinien und Frankreich auf den Grund. Bisher unveröffentlichtes, animiertes Archivmaterial lässt vergangene Kapitel der faszinierenden Kulturgeschichte des Bandoneons wieder auferstehen und stellt sie einer lebendigen Bandoneon-Szene gegenüber, die vielfältiger nicht sein könnte: Namhafte argentinische Bandoneon-Stars (Ayelén Pais, Victor Villena, Fernandez Fierro) beglücken uns nicht nur mit Tango, sondern auch mit Bach-Suiten und Bandoneon-Hardrock; das hochbetagte, letzte Bandonionorchester des Ruhrgebiets spielt traditionelle Bergmannslieder – und die junge französische Bandoneon-Virtuosin Louise Jallu entlockt dem Instrument Geräusche und Klänge, die man so noch nie gehört hat.