Nächstes Video:
Spanien: großzügiger VaterschaftsurlaubPour des raisons de droits, ce programme n’est pas disponible dans le pays dans lequel vous vous trouvez.
Vaterschaft, die stille Revolution im Körper
54 min
Disponible jusqu'au 05/02/2026
Seit 1965 verbringen Väter in Deutschland, Frankreich und vielen anderen westlichen Ländern viermal so viel Zeit mit ihren Kindern wie früher. Doch was bedeutet das für sie? Mit dem Thema Vaterschaft, lange ein Stiefkind der Wissenschaft, befassen sich heute Forschende verschiedener Disziplinen, von der Neurobiologie bis zur Anthropologie.
Der US-Anthropologe Lee Gettler hat herausgefunden, dass sich bei frischgebackenen Vätern der Hormonhaushalt verändert: Der Testosteronspiegel sinkt, während das Stresshormon Cortisol und das „Bindungshormon“ Oxytocin ansteigen. Noch überraschender: Je mehr sich ein Vater um sein Kind kümmert, desto stärker fällt dieser Effekt aus – und über die Epigenetik können diese Veränderungen sogar an die nächsten Generationen weitergegeben werden.
Doch nicht nur Biologie prägt die Vaterschaft. Der französische Bioakustiker Nicolas Mathevon widerlegt das Klischee, dass nur Mütter das Weinen ihres Babys sicher erkennen. Entscheidend dafür ist allein, wie viel Zeit ein Elternteil mit dem Kind verbringt. Und die israelische Neurobiologin Ruth Feldman zeigt: Bei schwulen Vätern, die gemeinsam ein Kind großziehen, aktivieren sich im Gehirn sowohl typisch „mütterliche“ als auch „väterliche“ Areale.
Die amerikanische Anthropologin Sarah Blaffer Hrdy bestätigt diese Hypothese und betont die Bedeutung der sogenannten „Allo-Eltern“, die die biologischen Erzeuger beim Großziehen des Nachwuchses unterstützen. Dass Väter für die Entwicklung ihrer Kinder wichtig sind, ist kein modernes Phänomen. Studien an Baumsteigerfröschen und Nachtaffen belegen, dass väterliche Fürsorge in der Evolution schon früh überlebenswichtig war. Beim Menschen kommt es jedoch auf den gesellschaftlichen Rahmen an: In tansanischen Ethnien, wo Väter stark in die Kindererziehung eingebunden sind, haben sie messbar weniger Testosteron als kinderlose Männer.
Die Botschaft der Forschung ist klar: Väter sind nicht nur „Helfer“, sondern prägen ihre Kinder biologisch und emotional – wenn die Umstände es zulassen. Diese Dokumentation zeigt, wie Vaterschaft Männer tiefgreifend prägt und warum die Bindung zwischen Vater und Kind für unsere Gesellschaft essenziell ist.
Regie
Jacqueline Farmer
Land
Frankreich
Jahr
2025
Herkunft
ARTE F
Auch interessant für Sie
- Regarder
Spanien: großzügiger Vaterschaftsurlaub
- Regarder
Die unsichtbare Patientin - Sind Frauen anders krank?
- Regarder
Müssen wir in den Weltraum fliegen?
Offene Ideen mit Arnaud Saint-Martin
- Regarder
Phantas-KI # 5
Das Magazin für KI-Kreationen
- Regarder
Idee 3D
Wie schlau kann ein Mensch sein?
- Regarder
Psycho
Ich und Essstörung
- Regarder
Psycho
Ich und der Zwang
- Regarder
Psycho
Ich und Trauma
- Regarder
Psycho
Ich und Burnout
Die meistgesehenen Videos von ARTE
- Regarder
Claude Chabrol oder die Amour fou
- Regarder
Grönland - Der neue Rohstoffrausch
- Regarder
Borga
- Regarder
Tribute to David Bowie
Heroes never die
- Regarder
Transsilvanien - Das Herz Rumäniens
- Regarder
Outsider. Freud.
- Regarder
ARTE Europa Weekly
Trump will Grönland: Was tut die EU?
- Regarder
Karambolage
Mutter-Kind-Kur / Babies / Duralex-Glas
- Regarder
Naturwunder Hawaii, zwischen Feuer und Wasser
- Regarder
Claude Chabrol in 6 Minuten
Blow up