In Zeiten der Klimakrise hat sich in Kanada die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Land viel von den indigenen Völkern und ihrem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lernen kann. Im Sinne der Versöhnung – und wegen ihrer jahrtausendealten Verbundenheit mit dem Land – ist die Einbeziehung der indigenen Bevölkerung entscheidend: sowohl bei Naturschutzfragen als auch bei der Diskussion um die Landnutzung.
Zu den Schätzen der Pazifikküste British Columbias gehört der boreale Wald, einer der größten gemäßigten Regenwälder der Erde. Angesichts des ungezügelten Appetits der Forstwirtschaft auf das wirtschaftlich attraktive Holz setzen sich die Gemeinschaften der First Nations für den Erhalt dieser Ressource ein. Die kanadische Prärie erstreckte sich einst über etwa 600.000 Quadratkilometer – heute sind es nur noch rund 80.000 Quadratkilometer. Von allen Ökosystemen Kanadas ist dieses das am stärksten bedrohte. Die Präriebisons wurden im 19. Jahrhundert fast ausgerottet. Seit ihrer Wiederansiedlung erholen sich Flora und Fauna deutlich – insbesondere die endemischen Arten.
Boreale Ökosysteme bedecken fast 40 Prozent der Landesfläche. Sie zählen zu den größten verbliebenen Urwäldern weltweit. In dieser von Wasserläufen und Feuchtgebieten geprägten Natur lebt der größte Teil der indigenen Bevölkerung Kanadas. Die First Nations sehen sich in der Verantwortung, das Land ihrer Vorfahren zu bewahren. Besonders in Québec müssen sie es vor den Interessen der einflussreichen Bergbau- und Forstindustrie schützen.