Der Kampf auf der StraßeSichere Städte für Frauen 1/4

3 Min.
Verfügbar vom 01/03/2018 bis 03/03/2040
Gadgets gegen Vergewaltigungen stoßen nicht gerade auf allgemeine Zustimmung. Das liegt auch daran, dass solche Methoden die falsche Annahme verstärken, die Opfer müssten die Verantwortung für die Angriffe selbst übernehmen.

Dagegen kämpft die Wanderausstellung „Was hattest du an?“: Sie zeigt Kleidungsstücke, wie sie Opfer sexueller Übergriffe zum Tatzeitpunkt trugen. “Wir wollen mit dem Glauben aufräumen, dass es genügt, auf bestimmte Kleidungen zu verzichten, um garantiert keine Probleme mehr zu haben - oder dass sexuelle Gewalt durch die Art, sich zu kleiden, zum Verschwinden gebracht werden kann“, erklärt Jen Brockman, die das Projekt konzipiert hat.

In Indien will das Kollektiv Blank Noise mit seiner Kampagne “I Never Ask For It” dasselbe erreichen, indem es die Kleidungsstücke von Opfern sexueller Gewalt sammelt. Nach der Vergewaltigung und Ermordung der Studentin Jyoti Singh Pandey vor sechs Jahren haben sich solche Aktionen im Land vervielfacht. Außerdem hat die Regierung die Gesetze verschärft: Die Höchststrafe für Vergewaltigung wurde von zehn auf zwanzig Jahre Gefängnis erhöht, Voyeurismus, Belästigung und Frauenhandel gelten nun als Verbrechen.

Das sind nur einige der Punkte, die das Justice Verma Komitee empfohlen hat: Die Rechtsexperten fordern Reformen bei der Polizei, in der Erziehung, der Ausbildung des strafgerichtlichen Personals und von Diensten wie den Hilfszentren für Vergewaltigungsopfer. Währenddessen versuchen einige Städte, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Sie haben eine Geschlechtertrennung in den öffentlichen Verkehrsmitteln eingeführt, wo häufig Übergriffe erfolgen.


  • Journalist :
    • Laure Siegel
    • Mathieu Boch
  • Land :
    • Frankreich
  • Jahr :
    • 2018