Blutige Hochzeit

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Nächste Ausstrahlung am Dienstag, 5. März um 01:10
Claude Chabrol seziert hier (1970) ein Verbrechen aus Leidenschaft. Eine beißende Gesellschaftskritik, die die Frage stellt, weshalb Menschen lieber einen Mord begehen als ihre Gefühle offen zu zeigen. Chabrols Film war auf der Berlinale für den Goldenen Bären nominiert und gewann dort den FIPRESCI-Preis.
In einer Provinzstadt an der Loire bleibt eigentlich nichts verborgen – vor allem kein Liebesverhältnis. Dennoch gelingt es Lucienne, der Frau des gaullistischen Abgeordneten Delamare, und Pierre, dem sozialistischen Stadtrat, verheiratet mit einer unheilbar kranken Frau, ihre Beziehung zu verheimlichen. Doch um ihr Glück auch wirklich gemeinsam genießen zu können, müssten sie frei sein. Pierre entdeckt, dass es ein Leichtes wäre, seine Frau mit einer erhöhten Dosis ihrer Medikamente zu töten, und bringt sie tatsächlich um. Jetzt steht nur noch Paul Delamare im Weg. Lucienne und Pierre beschließen, auch ihn zu töten. Doch die beiden Morde machen sie nicht frei. Im Gegenteil. Um keinen Verdacht zu erregen, dürfen sie sich nicht mehr sehen. Bis ein anonymer Brief bei der Polizei eintrifft … Die Geschichte des Films beruht auf einer wahren Begebenheit, deren Protagonisten als die „Teufel von Bourganeuf“ bekannt wurden. Doch Chabrol geht es in seinem Film nicht um die Schilderung des Verbrechens. Er nutzt den Fall zu einer subtilen, aber heftigen Attacke auf die französische Bourgeoisie und vor allem die (damaligen) politischen Verhältnisse. Einmal mehr steht in „Blutige Hochzeit“ die Familie als Kernstück der bürgerlichen Gesellschaft im Mittelpunkt. Doch das vorgebliche Familienglück ist zerrüttet, die Ehen sind nur noch Fassade. Stattdessen: Ehebruch und Mord. Die erhoffte Freiheit entpuppt sich als Gefängnis der Konventionen. Welches System aber, so die zentrale Frage des Films, bringt die Menschen dazu, lieber einen Mord zu begehen als ihre Gefühle offen einzugestehen?

Regie :

Claude Chabrol

Drehbuch :

Claude Chabrol

Produktion :

Les Films de La Boétie
Canaria Films
Italian International Film

Produzent/-in :

André Génovès

Kamera :

Jean Rabier

Schnitt :

Jacques Gaillard
Monique Gaillard

Musik :

Pierre Jansen

Mit :

Stéphane Audran (Lucienne Delamare)
Michel Piccoli (Pierre Maury)
Claude Piéplu (Paul Delamare)
Clotilde Joano (Clotilde Maury)
Eliana De Santis (Hélène Chevalier)
François Robert (Auriol)

Land :

Frankreich
Italien

Jahr :

1970

Herkunft :

ARTE F