Nach einem schweren Unfall bei einem Synchronschwimmwettbewerb beschließt Ray ihr Leben zu ändern und ihre Eltern zu verlassen, um nach London zu ziehen. Gemma, eine aufstrebende junge Köchin, hat gerade ein Café-Restaurant im Westen Londons eröffnet; ihr Lebensgefährte Kieran ist Rettungssanitäter. Beide haben Mühe, über die Runden zu kommen. Um ihre finanzielle Not etwas zu lindern, beschließen sie, ein Zimmer ihrer Wohnung über Gemmas Restaurant unterzuvermieten. Als sich Ray vorstellt, fühlt sich das junge Paar sofort zu ihr hingezogen. Doch ihr Einzug bringt schon bald Unruhe in ihre Beziehung – was sie sich aber zunächst nicht eingestehen.
Trouble im Throuple
Wie geht man offen mit einer Dreiecksbeziehung um? "Trigonometry" stellt durch die Beziehung von zwei bisexuellen Frauen und einem heterosexuellen Mann geschickt ein neues Liebesdreieck auf. Ray, eine ehemalige Synchronschwimmerin, die vom Leben aus der Bahn geworfen wurde, sucht – von der charismatischen Ariane Labed rührend dargestellt – nach Liebe in den Armen eines jungen Pärchens, das ebenfalls mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Die feinfühlig geschriebene bittersüße Liebesgeschichte aus der Feder von Effie Woods und Duncan Macmillan („The Crown“) führt sie erneut mit der griechischen Regisseurin Athiná-Rachél Tsangári zusammen, die sie mit „Attenberg“ (2010) bekannt machte. Diese lässt dem Trio Zeit, sich näher kennenzulernen und zeigt über deren Körpersprache und Mimik die gesamte Gefühlsskala auf, die sie durchlaufen, vom beginnenden Verlangen bis zur unterschwelligen Eifersucht. Durch die sehr lebensnah verkörperten Nebenrollen wie zum Beispiel Rays Mutter (Anne Consigny) werden die Einstellungen des Umfelds des Dreiergespanns zu polyamoren Beziehungen, zur Partnerschaft und zur Familie sehr treffend herausgearbeitet.