Wie überwindet man den Tod des eigenen Kindes? Hält man den Schmerz präsent, wie Edith, um das Leben nicht zu vergessen, das man einst hatte? Oder versucht man, den Schmerz zu verdrängen und die Leere mit neuen Erinnerungen zu füllen, wie Lucas es tut? Die Ex-Ehepartner treffen sich wegen einer Grabsteinverlegung zum ersten Mal nach zehn Jahren Funkstille am Grab ihres gemeinsamen Sohnes wieder. Die Begegnung löst in ihnen alte Wut, Scham, unausgesprochene Liebe und längst verloren geglaubte Erinnerungen an ihr einst gemeinsames Leben aus. Edith hält ihrem Ex-Mann vor, sie in ihrer Trauer buchstäblich im Stich gelassen zu haben, während Lucas das Scheitern der Beziehung in Ediths Schockstarre sah, die es verhindert habe, einen gemeinsamen Ausweg zu finden. Aus einem Gespräch wird ein intensiver Streit, der die schmerzhaften Wunden der Vergangenheit bei beiden offenlegt. Dennoch verlässt keiner von ihnen den Friedhof.
Mit "Poison – Eine Liebesgeschichte" gibt Désirée Nosbusch ihr Spielfilm-Regiedebüt. Die intime Zwei-Personen-Geschichte mit Tim Roth und Trine Dyrholm basiert auf Lot Vekemans international erfolgreichem Theaterstück "Gift – Eine Ehegeschichte". Kamerafrau Judith Kaufmann übersetzt die Bühnenvorlage in eine zurückhaltende Bildsprache, die ganz auf die Begegnung des ehemaligen Paares setzt. Das Drama feierte seine Weltpremiere 2024 beim Internationalen Filmfest München. Bei der Galway Film Fleadh 2024 wurde Désirée Nosbusch mit dem Peripheral Visions Award für den besten Film ausgezeichnet.