Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

12/05/2026 - 27/09/2026

Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München

12/05/2026 - 27/09/2026

Gewinnen Sie zwei Tickets für die Ausstellung Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik, die bis zum 27. September 2026 in der Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau in München stattfindet.

Melden Sie sich mit Ihrem MeinARTE-Konto an, um an der Verlosung teilzunehmen. Die Teilnahme ist möglich bis einschließlich 17.07.2026. 
 

Die Künstlerin Käte Hoch zeigt Erich Müller-Kamp telefonierend am Schreibtisch. Ein Ferngespräch soll möglichst deutlich und dialektfrei geführt werden, sonst können die Überwachungsbeamten dem Dialog nicht folgen. Sich selbst malt Hoch in den Farben der Suffragetten und mit Bubikopf. Junge Angestellte schneiden sich die Haare kurz, tippen schnell, rauchen Kette und gehen abends ins Tanzlokal. Sie lieben Charleston, hören Swing und Jazz. Irmgard Keuns "Kunstseidenes Mädchen" träumt von schmalen Silhouetten und Schuhen mit Eidechsenkappen. Ré Soupault entwickelt ein Transformationskleid, das im Büro für den Abend umgewandelt werden kann. Im Variété werden Geschlechterrollen durchlässig, Monokel senden Signale, Bordelle bilden einen etablierten Rahmen für Sexarbeit.

 

Die Wirtschaft blüht, Teile der Bevölkerung verarmen. Kriegsversehrte, Arbeiterinnen, Arbeitslose und Veilchenverkäufer prägen die Straßen und konterkarieren die Goldenen Zwanziger. Oskar Maria Graf verteilt antifaschistische Flugblätter, in Schwabing treffen sich Feminist*innen, das Münchner Antikriegs-Komitee und eine Ortsgruppe der revolutionären Künstler*innen-Vereinigung ASSO. George Grosz zeigt den Aufstieg der Nationalsozialisten und karikiert den Hitlergruß. Das neue Theater von Helene Weigel und Bertolt Brecht sehnt sich nach der Wucht des Boxens. 1923 wird die erste staatlich kontrollierte Rundfunksendung in Deutschland ausgestrahlt.1930 macht Tim Gidal im Deutschen Museum ein Foto von einer der ersten Fernsehübertragungen.

Die Ausstellung konzentriert sich auf konkrete Geschichten und Details, statt große Thesen zur Weimarer Zeit zu formulieren. Zu den verschütteten Möglichkeiten der Weimarer Republik soll so ein Kontakt hergestellt werden – ein Ferngespräch.

Mit Werken von Käte Hoch, Heinrich Hoerle, Karl Hubbuch, Lotte Jacobi, Grethe Jürgens, Jeanne Mammen, Gabriele Münter, Christian Schad, August Sander, Rudolf Schlichter u.a.

 

Weitere Informationen unter Lenbachhaus - Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik