Bundeskunsthalle, Bonn
02/04/2026 - 25/10/2026
Gewinnen Sie zwei Tickets für die Ausstellung SEX WORK: Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit, die bis zum 25. Oktober 2027 in der Bundeskunsthalle Bremen stattfindet.
Melden Sie sich mit Ihrem MeinARTE-Konto an, um an der Verlosung teilzunehmen. Die Teilnahme ist möglich bis einschließlich 03.07.2026.
Die Kulturgeschichte der Sexarbeit lässt sich von weit vor der Antike bis in die Gegenwart verfolgen und ist geprägt von einem Wechselspiel aus Restriktion, Verfolgung, Duldung und Liberalisierung. Im 17. Jahrhundert beispielsweise waren Dirnen ein gängiges Motiv niederländischer Genremalerei – als Projektionsfläche erotischer Fantasien oder Spiegel moralischer Vorstellungen. Auch im Paris des 19. Jahrhunderts waren Kunst und Erotik eng verflochten: Von Tänzerinnen der Oper erwarteten wohlhabende Männer sexuelle Gefälligkeiten für ihr „Mäzenatentum“. Im Nachtleben der großen westlichen Metropolen entwickelte sich ab 1900 ein neuer, freiheitlicher Zeitgeist, mit dem sich Künstler*innen, Intellektuelle und die Bohème gegen die konservative Gesellschaft auflehnten. Im Berlin der 1920er Jahre, zwischen Glitzer, Rauch und Jazz, entstand ein kurzer Traum, der auch Frauen und queere Personen auf mehre Rechte hoffen ließ – bis die Nationalsozialisten diese Vielfalt gewaltsam zerstörten. Zu den Verfolgten und in Konzentrationslagern ermordeten Opfern des Nationalsozialismus zählten auch vermeintliche oder tatsächliche Sexarbeiter*innen.
Die Ausstellung setzt Schlaglichter auf Kunst- und Kulturgeschichte ebenso wie auf gesellschaftspolitische Themen der Gegenwart. Diese Geschichte zu erzählen heißt, ein Terrain zu betreten, das von moralisierenden und hochpolitischen Diskursen durchzogen ist. Das Thema wurde bislang meist aus einer Außenperspektive geschildert. Seit den 1980er-Jahren verschaffen sich Sexarbeiter*innen aber zunehmend Gehör. Die Ausstellung SEX WORK erzählt die Geschichte nun anders: Gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen kuratiert, präsentiert sie Kunstwerke, Objekte der Kulturgeschichte und spanendes Archivmaterial aus dem Sexarbeitenden-Archiv Objects of Desire. Die Ausstellung lädt dazu ein, Einblick in diese Räume zu nehmen – und neue Perspektiven auf ein von Vorurteilen und Tabus geprägtes Thema zu gewinnen.
Weitere Informationen unter www.bundeskunsthalle.de/s3xwork
Credits: Franz Rehfeld (zugeschrieben), Fetischfotografie aus den 1930er Jahren © Sammlung Siegfried Sander mit großem Dank für die freundliche Unterstützung von GRAUWERT und Wolfgang Söder
