JUGEND

Grosses für Kleine

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(c ) ARTE

Wie werden Opern zum Erlebnis für Kinder, Nachrichten zu spannenden Geschichten, Wissenschaft und Forschung zum Abenteuer? Das hat sich ARTE Junior, das Kinderprogramm von ARTE, auf die Fahnen geschrieben. Die Reihe „Große Oper für kleine Leute“ und die Programm-Highlights für 2015.

Kinder mögen Abenteuergeschichten. Und Musik. Aber nicht unbedingt hohe, spitze, herausgeschmetterte Töne: Operngesang ist für sie eher Krach als Kunst. Wie man Kinder trotzdem für Meisterwerke der Oper begeistern kann, zeigt ARTE im Februar in der neuen Reihe „Große Oper für kleine Leute“ im Rahmen seines sonntäglichen Kinderprogramms ARTE Junior. Hier werden Bizets „Carmen“, Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ und Verdis „Aida“ zur spannenden Fortsetzungsstory. „Carmen“ als bewegtes Bilderbuch. Wie wird eine Oper für junge Zuschauer interessant? „Mit einer guten Geschichte kriegt man jedes Kind“, sagt Nadine Zwick, Redakteurin von ARTE Junior. „Opern dauern Stunden, der Text ist unverständlich, die Gesten sind ausladend. Aber die Handlung ist packend, die Helden sind faszinierend – und das erzählen wir kindgerecht.“ Jede Folge „Große Oper für kleine Leute“ hat drei bis vier Teile à 15 Minuten und wird von einem Erzähler aus dem Off getragen, die Musik stützt die Handlung mit Passagen aus den berühmten Melodien. Jede Oper ist animiert und hat eine besondere Ästhetik: „Der Barbier von Sevilla“ ist ein klassischer Animationsfilm, „Aida“ begibt sich in eine ägyptische Welt mit Scherenschnitt-Figuren. In „Carmen“ sind die Helden liebevoll gezeichnete Puppen aus Papier, die tanzen und sprechen wie in einem bewegten Bilderbuch. Die leuchtendste ist Carmen, die Zigeunerin mit den Mandelaugen und dem feurigen Temperament. Sie betört alle Männer, so auch den Soldaten Don José, der mit ihr durchbrennt und ein Räuberleben mit ihr führt – bis ein Stierkämpfer Carmens Herz erobert. „Eine solche Reihe“, sagt Redakteurin Nadine Zwick, „kann Kindern einen Zugang zum Universum Oper schaffen. Vielleicht kommt dann die Lust, auch einmal eine echte Opernaufführung zu sehen.“

 

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Fenster zur Welt. ARTE Junior wird seit Anfang 2013 sonntags von 8 bis 9 Uhr 30 für Zuschauer von acht bis zwölf Jahren ausgestrahlt. Jungen Zuschauern die Welt begreiflich zu machen und sie dabei zu unterhalten – das ist das Ziel des anspruchsvollen Kinderfernsehens ohne allzu viel Didaktik. Das Programm bietet eine bunte Themen- und Genremischung aus Geschichte, Wissenschaft, Malerei, Musik und fremden Kulturen. Die ARTE-Serie „Kleine Hände im großen Krieg“ zum Beispiel erklärte Kindern den Ersten Weltkrieg aus Kindersicht. Die Dokureihe „GEOlino Reportage“, die kleine Schwester von „360° – GEO Reportage“, zeigt Kinderalltag rund um den Globus: etwa, dass es in Sibirien eine Polarschule gibt. Oder wie ein Bauernmädchen aus Rajasthan Ministerin in einem Kinderparlament wird. Seit März 2014 sendet „ARTE Journal Junior“ auch Nachrichten für Jungen und Mädchen. Das 15-minütige Wochenmagazin wird von Kindern mitgestaltet: In jeder Sendung stellen deutsche und französische Schüler Fragen zu aktuellen Themen, und ein Kind aus einem fremden Land zeigt sein Leben, seine Schule, spricht über seine Träume. „Kindernachrichten zu machen, heißt in erster Linie, Hochkomplexes zu vereinfachen, um es verständlich zu machen – eine Herausforderung für jeden Journalisten“, so Chef vom Dienst Jean-François Ebeling. Und davon profitieren nicht nur junge Zuschauer: „Uns ist klar, dass wir die gesamte Familie ansprechen. Das zeigen Zuschauerergebnisse“, sagt Florian Hager, stellvertretender Programmdirektor: „Denn wenn Kinder bewusst fernsehen, schauen oft die Eltern mit, um das Geschehen einordnen zu können.“

 

Fliegende Bananen und Kinderrechte. Und die Höhepunkte im Jahr 2015? Der schwedische Sechsteiler „Lasst uns die Erde retten“, im März und April zu sehen, ist Weltreise und Heldengeschichte zugleich. Menschen, die für eine bessere Welt kämpfen, treten als Trickhelden auf. Sie haben reale Vorbilder: Wissenschaftler Emmanuel de Mérode setzt sich für den Nationalpark Virunga im Kongo ein, Architekt Mike Reynolds baut weltweit Häuser aus Müll. Die Rechte der UN-Kinderrechtskonvention hat die niederländische Reihe „Just Kids“ zum Thema: Hier erzählen Protagonisten wie der zehnjährige Kinderarbeiter Imraan aus Indien ihre Geschichte. Ganz anders die Serie „Bunt, gesund und manchmal rund“, die ab Mai läuft und Obst und Gemüse zu Superhelden mit Superkräften macht. Fliegende Bananen, Erbsen als Kugelmännchen – diese Serie, sagt Programmmacherin Nadine Zwick, sei ihr persönliches Highlight: „Im Jahr 2013 wussten 87 Prozent der acht- bis zwölfjährigen Franzosen nicht, was eine Rübe ist. Dabei ist es einfach, Wissen zu vermitteln. Es genügt, eine Sprache zu finden, die Kinder interessiert. Kinderfernsehen muss nicht grell und hysterisch sein.“   Katja Ernst für das ARTE Magazin

ARTE KINDERPROGRAMM

ARTE JUNIOR

Immer sonntags von 8.00 bis 9.30

Mehr Informationen unter arte.tv/grosse-oper-fuer-kleine-leute

Kategorien: Februar 2015