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Haarige Sache

Nacktmull oder Äffchen?

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Eine spritzige Webdokumentation, die gegen den Strich geht. Poilorama hinterfragt das Konstrukt einer kollektiven Körpernorm: glatte, haarlose Haut.

Das Badezimmer wird zur Kampfzone: Da wird rasiert, gezupft, gewachst und gelasert, was das Zeug hält, um dem feindlichen Wildwuchs zu Leibe zu rücken. Dabei ist die Besessenheit von einem aalglattem Körper nicht nur ein Phänomen unserer heutigen Zeit. In der Geschichte der Malerei etwa war die Darstellung weiblicher Schamhaare seit jeher tabu. Unsere Körperhaare zu entfernen, heißt, das Tier in uns zu bezähmen. Dabei gab es einmal eine Zeit, in der Körperhaare durchaus Objekt von Begierde waren. Aber nach den naturverbundenen Hippies wurden sie endgültig verbannt und ein glatter, haarloser Körper zum Ideal. „Ich rasiere mir die Beine, weil ich das so will“ – komisch nur, dass alle Frauen scheinbar die das Gleiche wollen … Wer heutzutage seine Körperhaare wachsen lässt, ist entweder eine Rebellin, superhip, oder ihr ist alles egal. Die Haar-oder-nicht-Haar-Hysterie hat sogar schon die Männer angesteckt: Unten epiliert, oben Hipster-Bart, so sieht der modische Mann von heute aus. Ob Werbung, Mode, Zeitschriften, Pornobranche oder Industrie – sie alle führen einen Krieg, und unser Körper ist das Schlachtfeld.

In zehn Folgen geht „Haarige Sache“ der Standardisierung und Normierung des Körpers auf den Grund – ein Trend, der uns alle betrifft, ob wir wollen oder nicht.

Credits

  • Buch - Olivier Dubois und Emmanuelle Julien
  • Regie - Adrien Pavillard
  • Co-Produktion - Honkytonk Films und ARTE France