Rückkoppelungen im Elsass

Rückkoppelungen im Elsass

Folgende Frage reizt jeden außenstehenden Journalisten, der extreme Musik dechiffrieren will: Wie lässt sich dieses Musikuniversum für ein großes Publikum hörbar machen? Wie lässt sich dieses aggressive Musikgenre vermitteln, dessen Bedeutung von Nicht-Insidern nur selten erfasst wird? Dieses Geheimnis lüften die Direwolves in der letzten Folge unserer Serie selbst.

„Wir versuchen, die Intensität des Punkrocks mit dem schwereren Aspekt von Metal zu vermischen, indem wir noch Melodien mit reinbringen“, erklärt Benjamin. „Jeder von uns hat seine eigenen Einflüsse – Metal, Punk, Hardcore, Blues, Folk… – und bringt in unsere Kompositionen seine eigenen Musikstile mit ein. Das Ergebnis? Eine effektvolle Musik, die anmacht“, ergänzt Mathieu. Und wenn man die Direwolves in die vielen Musikgenres, Unter-Genres und Unter-Unter-Genres des Punk und Metal einordnen wollte, dann irgendwo im Randbereich von Hardcore und Crust, wegen der kurzen Stücke, des hohen Schlagzeugtempos, des Heul-Gesangs, der beißenden, verzerrten Gitarrenriffs und des immer präsenten Basses.

Das Anprangern von sozialen Missständen, Anarchismus, Individualismus, Ökologie, Tierschutz, Veganismus: Hardcore ist zudem eine sehr engagierte künstlerische Bewegung, die von mehreren Strömungen beeinflusst wird. Die Direwolves verweigern sich dennoch jeglicher Etikettierung. „Wir wollen keine Message rüberbringen, sondern eher eine Stimmung“, erläutert Jean. „Unser Ziel ist, dass die Leute durch die Musik Emotionen empfinden, nicht durch politische Slogans oder sonst was.“

Hören Sie das Album von Direwolves an

Wir sind absolut keine engagierte Band, eine Band ist eher ein tägliches Engagement.

Team

Autor: Donatien Huet
Bild: Thomas Vollherbst
Ton: Jean-Claude Amann
Schnitt: Florence Touly

Zusätzliche Bilder

Hrímnir
Direwolves
Førtifem

© ARTE G.E.I.E 2018