Podemos vs. Ciudadanos – Ein Krieg in Bildern

Podemos vs. Ciudadanos - Ein Krieg in Bildern

Seit der Gründung 2014 gilt Podemos in Spanien als die „Internet-Partei“. Die Mitglieder nutzen die sozialen Netzwerke zur Schaffung von hunderten Bürgergruppen, die sich überall im Land versammeln und konkrete Aktionen organisieren. Unterbringung von Zwangsräumungsopfern, Besetzung von leer stehenden Gebäuden, die zu Sozial- und Kulturzentren umfunktioniert werden, Essensausgaben – bürgernahe Arbeit, die auf den Erfahrungen der Indignados-Bewegung von 2011 aufbaut. Ein weiteres Modell sind die Obama-Wahlkämpfe: Die Partei setzt auf moderne Kommunikation und baut gezielt ein Pop-Image auf. Bei den Kommunalwahlen zeigte sich Manuela Carmena, inzwischen Bürgermeisterin von Madrid, etwa auf Postern im Andy-Wahrhol-Stil mit dem Slogan: „Manuela Carmena… Yes, we can!“

Podemos will alle Spanier, die eine Erneuerung der Demokratie wünschen, zur Internet-Community vereinen. Der Podemos-Wahlkampf beruht nicht nur auf dem politischen Programm, sondern ist stark auf die Persönlichkeit des Spitzenkandidaten Pablo Iglesias zugeschnitten: 36 Jahre jung, Politologe, aus dem Madrider Arbeiterviertel Vallecas stammend, feiner Hipster-Bart, Pferdeschwanz, rhetorisch brillant, bekannt geworden durch den Lokalsender von Vallecas, dessen Diskussionssendung „La Tuerka“ er von 2010 bis 2013 moderierte.

Der Erfolg von Podemos inspirierte 2015 eine andere Partei: Ciudadanos, die „Partei der Bürger“, gegründet vor zehn Jahren in Katalonien, seit Anfang 2015 landesweit vertreten. Auch diese Partei, die sich selbst als wirtschaftsliberal und Mitte-rechts ortet, nutzt die Sozialen Netzwerke als Mittel der politischen Organisation. Mit Erfolg: Laut Voraussagen zu den Parlamentswahlen liegt sie, Kopf an Kopf mit Podemos, an dritter Stelle, knapp hinter der Volkspartei und den Sozialisten.

Podemos und Ciudadanos liefern sich einen regelrechten Image-Krieg der Bilder. Mit originellen Farben und jungen Kandidaten wollen sie das politische Monopol brechen, das die beiden Großparteien – Konservative und Sozialisten – seit dem Ende der Franco-Diktatur innehaben. Ihre PR-Schlacht ist Teil eines größeren Umbruchs: der Ablösung der Printmedien durch die digitalen Medien. Die beiden Jungparteien setzen bei der Verbreitung ihrer Ideen nicht mehr auf die Druckerpresse, sondern auf den Mausklick, der jedem Wähler ihr politisches Projekt und ihre Kandidaten unmittelbar zugänglich macht.

Die Web-Grafiker der beiden Parteien gestatten uns einen Blick in die Kulissen ihrer Werkstatt:

Alejandro Cerezo ist einer der drei Podemos-Grafiker. Der 30-Jährige ist seit einem Jahr Parteimitglied.
Fernando de Páramo ist der Kommunikationschef von Ciudadanos. Der 28-jährige Anwalt hatte die Idee, die Meetings seiner Partei am Modell der TED-Konferenzen in den USA auszurichten.