Dänemark, Erbschaft, Porträt, SERIE
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»DAS UNGEWISSE INSPIRIERT MICH«

Porträt. Sie spielt Rollen abseits des Mainstreams und lässt ihren Terminkalender lieber leer. Zugleich bringen sie Silberne Bären und auch Pierce Brosnan nicht aus der Fassung. Über eine Dänin, die herrlich auf dem Boden bleibt: Trine Dyrholm.

(© NIKOLAI LINARES)

„Hallo, Trine hier!“ Dass Trine Dyrholm gern lächelt und lacht, ist gleich an ihrer warmen Stimme zu hören, als sie ans Telefon geht. Kurz bevor die Schauspielerin in diesem August zu den Internationalen Filmfestspielen als Jurymitglied nach Venedig abreist, findet sie noch Zeit für ein Gespräch – über
ihre Heimat Dänemark, ihre Ansicht zu Hollywoodfilmen und über ihre Rolle in der Serie „Die Erbschaft“, deren zweite Staffel im Oktober auf ARTE läuft.

„Arvingerne“ heißt die Serie im dänischen Original, wörtlich „Erben“. „Hinter dem Titel und der Geschichte verbirgt sich die Frage, woher wir eigentlich kommen“, erklärt die 46-Jährige. Diese Frage gilt nicht zuletzt auch Trine Dyrholm selbst, die spätestens seit ihrer Rolle im Dogma-Film „Das Fest“ (1998)
über die Grenzen Dänemarks hinaus bekannt ist, 2012 neben Pierce ­Brosnan in „Love Is All You Need“ überzeugte und 2016 für ihre Rolle im Film
„Die Kommune“ den Silbernen Bären bekam, überreicht von ­Meryl ­Streep.

An Hochmut ist bei der Dänin indes nicht zu denken. Direkt nach der Preisverleihung und dem Küsschen links, Küsschen rechts mit Meryl Streep sagte sie in einem Radio-Interview: „Puh, das habe ich überlebt“, und mit großen Augen: „Ich bin so ein großer Fan von ihr!“ Momente wie diese genießt die Skandinavierin zwar voll und ganz, doch viel mehr Glamour muss es offenbar nicht sein. Viel wichtiger sind der in Kopenhagen lebenden Dänin ihre Heimat und auch die Familie, allen voran ihr Sohn und ihr Lebenspartner, der Regisseur Niclas Bendixen.

Noch lange vor dem Ruhm und dem Schauspiel begeisterte sich die 1972 in Odense geborene Dyrholm allerdings für ein ganz anderes Metier, nämlich Gesang. Mit 14 Jahren nahm sie mit ihrer Band „Trine & The Moonlighters“ am dänischen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest teil und veröffentlichte später ein Album mit eigenen Liedern. Mit 18 Jahren dann folgte ihr Spielfilmdebüt in „Springflot“, für das sie direkt den dänischen Filmpreis Bodil erhielt. Mehrere dieser Trophäen sollten folgen, etwa für „En Soap“ (2007). 1991 bis 1995 besuchte Dyrholm die Danish National School of Theatre. Sie spielte in kleineren Filmproduktionen, unter anderem in „The Biggest Heroes“ (1996) von Thomas Vinterberg, den sie aus ihrer Zeit an der Schauspielschule kannte.

Text: Karoline Nuckel

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des ARTE Magazins!

Die Erbschaft – Staffel 2

Serie, ab Donnerstag, 4.10 | 20.15 Uhr

Je 7 Tage in der Mediathek verfügbar!

Kategorien: Oktober 2018