Digitalisierung, Internet, Klicks, Online, User
julien.wilkens@axelspringer.de

BITTE HIER KLICKEN

Tracking. Längst ist Geld nicht mehr die einzige Währung, die zählt. Mit ihren Klicks setzen Internet-Nutzer ihre Zeit ein und werfen damit Gewinne ab – allerdings nur für die Unternehmen. Der User selbst geht leer aus. Und klickt trotzdem weiter.

(ARTE France © Polar Star/YUZU Productions)

In den 1950er Jahren vollzog B. F. Skinner, Vater des Behaviorismus, der Verhaltenspsychologie, ein vielbeachtetes Experiment an Ratten, Tauben und Menschen. Er fand heraus, dass, wenn Belohnung zwar in Aussicht gestellt wird, aber unklar bleibt, wie sie aussieht und wann sie gegeben wird, die Versuchswesen unermüdlich danach streben. Die Ratten ignorieren Wasser, das ihnen hingestellt wird. Die Menschen vergessen, auf die Toilette zu gehen. Obwohl es keine absehbare Aussicht auf Erfolg gibt, machen sie weiter.

Inwieweit ist dies auf unser digitales Verhalten übertragbar?
Das gleiche Verhalten finden wir heute im Netz. Wir klicken uns unermüdlich weiter in der Hoffnung auf eine Belohnung. Apps wie Instagram servieren uns ein Foto nach dem nächsten. Auch bei Facebook ist der Newsfeed unerschöpflich. Es gibt keine Unterbrechung dieser Kontinuität, keine Anregung seitens der Anwendungen, das Scrollen zu beenden. Mal abgesehen davon, dass wir damit viele Kriterien eines Suchtmoments aufweisen.
Viele Menschen verstehen das, was sie im Internet machen, auch nicht als Arbeit oder Konsum. Oft wird es als Zeitvertreib verstanden, als Abschalten und Entspannung. Dabei sind Klicks und Likes und die Sekunden und Minuten, die wir auf Webseiten verbringen, von hohem Wert – auch monetär. Solche Interaktionen werden mittlerweile akribisch gemessen und mit klaren Beträgen versehen.

Text: Natasha Dow Schüll

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des ARTE Magazins!

Zeit ist Geld

Dokumentarfilm, Dienstag, 2.10 | 21.45 Uhr

Online verfügbar bis zum 30. November!

Kategorien: Oktober 2018