Schlorzifladen, Schweiz, Zu Tisch, Zu Tisch in der Ostschweiz
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ZU TISCH … IN DER OSTSCHWEIZ

 
Würziger Käse trifft auf ein Bündel an Bergkräutern: In der Alpenregion liebt man es geschmacksintensiv.

(© ANTONIA HRASTAR/ ARTE MAGAZIN)

Die Ostschweiz hält alles bereit, was man an der Alpenregion liebt: eine endlos erscheinende Anzahl an glasklaren Seen, saftig grüne Bergwiesen und in den Himmel ragende Berggletscher. Wenn man Glück hat, erlebt man die traditionelle Alpfahrt: In Trachten gekleidete Bauern führen ihre festlich geschmückten Kühe im Frühling auf die Alp zur Sömmerung. Dabei werden sie von den treuen Appenzeller Blässen – den bekannten Sennenhunden – begleitet. Die reichhaltige Milch von den Kühen der Almweiden findet sich in den geschmackreichen Käsesorten wieder. Typisch für die Appenzeller Kantone ist der gleichnamige Hartkäse, der in Kombination mit dem Tilsiter Bergkäse die perfekte Mischung für das Fondue nach ostschweizerischer Art ausmacht. Verfeinert wird das Käsefondue mit Apfelwein. Als Beilage werden neben Brot auch gerne Birnenstücke serviert.
Unten in den Tälern zieren Obstbäume die Wiesenlandschaft. Dabei ist die Region vor allem für ihre Vielfalt der angebauten Birnensorten bekannt. Nach der Ernte werden die Früchte, die zum Verkauf nicht geeignet sind, zur Dörrung weitergegeben.
Von September bis zum Frühjahr werden die Birnen erhitzt und getrocknet. Während des Dörrvorgangs vermischen sich die Düfte von Sommer und Herbst – es riecht angenehm süßlich und zugleich ein wenig nach Fäulnis. Die fertigen Dörrbirnen werden in herzhaften Gerichten in Kombination mit Speck und Bohnen verarbeitet oder für den süßen Schlorzifladen verwendet. Auch der Appenzeller Alpenbitter hat seine Herkunft in der Ostschweiz. Das Rezept des Likörs verbindet 42 Kräuter und Gewürze und ist seit vielen Generationen unverändert. Deshalb symbolisiert der Schnaps für die Menschen in der Ostschweiz Familie, Heimat und Tradition auch heute noch in besonderem Maße.

Das Rezept für Schlorzifladen

Zutaten für 12 Portionen

300 g Mehl
200 g Butter
150 g Zucker
400 g Dörrbirnen
50 g Backpflaumen
50 g getrocknete Feigen
50 g Rosinen
80 g Walnusskerne
Zimt, Nelkenpulver
300 ml Sahne
4 Eier
100 g Speisequark
20 g Speisestärke

So geht’s:
1. Für den Mürbteig Butterstücke und 100 g Zucker vermischen, dann Mehl ergänzen. Falls der Teig zu bröselig ist, Wasser hinzugeben. Den Teig 30 Minuten kalt stellen.

2. Für die Füllung das am Abend zuvor eingelegte Trockenobst abgießen und durch einen Fleischwolf drehen. Das Mus gegebenenfalls mit einem Pürierstab nachbearbeiten.

3. Die Walnüsse klein hacken, Zimt und ein wenig Nelkenpulver hinzugeben. Um eine streichfähige Konsistenz zu bekommen, kann das Trockenobstwasser verwendet werden.

4. Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Für den Guss Eier und restlichen Zucker kräftig aufschlagen. Zimt dazugeben. Sahne und Quark unterrühren und mit Speisestärke ergänzen.

5. Eine Kuchenform einfetten. Den Teig ausrollen und in die Backform legen. Teigboden mit der Gabel einstechen und das Mus gleichmäßig verteilen.Die restlichen Walnüsse darüber verteilen.

6. Den Guss über das Mus gießen und den Kuchen ca. 40 bis 50 Minuten backen, bis der Guss eine hellbraune Färbung hat. Kurz abkühlen lassen und lauwarm servieren.

Zu Tisch: Ostschweiz

Esskulturdoku, Samstag, 25. August, 18.40 Uhr
Online verfügbar bis zum 23. September auf arte.tv

Kategorien: August 2018