Flüchtlinge, Fotografie, Jordanien, Kinder, Syrien
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AUS DEM NICHTS

 
Im Flüchtlingslager Zaatari in der Wüste Jordaniens lernen Kinder, wie man fotografiert – und die Hoffnung bewahrt.

(© Fatima Ahmad Al-Dabaas)

Es gibt Menschen, die nicht gerne darüber sprechen, was sie denken oder fühlen. Durch die Fotos können sie ihre Gefühle ausdrücken“, sagt ­Fatima ­Ahmad Al-­Dabaas zu einer Gruppe Mädchen, die in einem Container sitzt. Eine der Jugendlichen entgegnet: „Fotos halten auch Erinnerungen fest“. Ahmad Al-Dabaas nickt – und gibt jedem Mädchen eine Digitalkamera. Sie sollen sich ihren Wohnort einmal genauer anschauen und dokumentieren, was sie bewegt.
Der Ort, an dem sie leben, heißt Zaatari. Er ist das größte Flüchtlingslager im arabischen Raum. Seit der Krieg in Syrien 2012 voll ausgebrochen ist, haben das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und rund 30 weitere Hilfsorganisationen in der Wüste Jordaniens, unweit der syrischen Grenze, Zehntausende Container und Wellblechbauten errichtet, um geflüchtete Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Wie die ARTE-Dokumentation „­Zaatari – Leben im Nirgendwo“ zeigt, ist aus dem groß angelegten Provisorium mittlerweile eine Kleinstadt mit gut 85.000 Bewohnern geworden.

Was Fatima Ahmad Al-Dabaas alle paar Wochen anbietet, geht über die bloße Grundversorgung hinaus: Sie gibt ihr in Zaatari erlerntes Wissen über Fotografie an Kinder und Jugendliche weiter. Dabei animiert sie die Jüngeren, kreativ zu denken, und macht ihnen Hoffnung, dass das Leben noch mehr zu bieten hat als den meist tristen und entbehrungsreichen Alltag in der von der Wüstensonne aufgeheizten Containerstadt.
So rät sie einer Gruppe Schülerinnen: „Denkt nicht, nur weil ihr in einem Lager lebt, könnt ihr nichts erreichen. Ihr könnt alles machen. Alles liegt in euren Händen. Ihr müsst nur einen starken Willen haben und für eure Ziele kämpfen. Ihr seid alle klug und schön und ihr macht tolle Fotos.“ Selbstbestimmt zu fotografieren, das sei der „erste Schritt zur Freiheit“.

Autor: Bernd Skischally

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Juli-Ausgabe des ARTE Magazins!

Zaatari – Leben im Nirgendwo

Dokumentarfilm, Dienstag, 24.7 | 23.35 Uhr

Online verfügbar bis zum 30. Juli auf arte.tv

Kategorien: Juli 2018