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JAMAIKAS TRAUM VON DER WM

Kamerun, Thailand, Iran, Jamaika: Trainerlegende Winfried Schäfer führt Fußballteams auf der ganzen Welt zum Sieg. Seine Erfolgsformel? Der richtige Spirit.

Winfried Schäfer (© WINFRIED SCHÄFER PRIVAT/FACEBOOK)

Winfried Schäfers zwölfjährige Amtszeit beim Karlsruher SC gilt als eine der längsten im deutschen Profifußball. Seit er der Bundesliga Anfang der 2000er
den Rücken gekehrt hat, ist aus Schäfer­ ein Weltenbummler geworden. Erst führte er als Trainer Kamerun zur WM, dann ging es in die Vereinigten Arabischen Emirate, Aserbaidschan, Thailand und Jamaika. Heute trainiert der 68-Jährige im Iran den Esteghlal FC. Bei seinem 2013 gestarteten Abenteuer mit der Nationalmannschaft Jamaikas begleitete ihn der Regisseur Till Schauder für einen Film. Er schwärmt: „Winnie schafft es, Teams mit Siegermentalität zu
formen. Wie ein Maestro.“ Das ARTE Magazin sprach mit Schäfer über seine Zeit in der Karibik.

ARTE Magazin: Herr Schäfer, man könnte meinen, Sie befänden sich auf einer Art Welttournee. Folgen Ihre Trainer-Engagements einem Masterplan?
Winfried Schäfer: Wir müssen taktisch mehr arbeiten und den Teamgeist verbessern. Nur dann haben wir eine Chance auf die WM-Qualifikation. Allerdings erwiesen sich die Fußballplätze und die gesamte Infrastruktur in Jamaika als katastrophal. Mir gegenüber waren die Menschen anfangs skeptisch, da ich weder ein Einheimischer noch Brasilianer war, wie mein Vorgänger, der das Team 1998 zu seiner ersten WM geführt hatte.

ARTE Magazin: Was ging Ihnen durch den Kopf, als das Angebot aus Jamaika kam?
Winfried Schäfer: Es gibt keine schlechte Spielzeit, es gibt nur eine schlechte Spiel- form. Man muss auch an einen Gig am Mittag so rangehen, als wäre es der Headline-Slot auf der Main Stage.

ARTE Magazin: 2016 verließen Sie Jamaika wieder. Warum?
Winfried Schäfer: Ich hatte monatelang kein Gehalt bekommen. Aber im Endeffekt bin ich aufgrund eines Vorfalls mit einem Journalisten gegangen. Er hatte behauptet, dass ich ein Kabel aus der Kamera gezogen hätte. Totaler Quatsch, ich wollte einfach nur kein Interview geben. Abgesehen davon, hinkt der Jamaikanische Fußball-Verband leider auch weit hinterher.

Interview: Nele Geisler
Das vollständige Interview finden Sie in der Juni-Ausgabe des ARTE Magazins.

RAGGAE BOYZ: JAMAIKAS TRAUM VON DER WM

Dokumentarfilm, Freitag, 8.6. | 21:55 Uhr

Kategorien: Juni 2018