360 Grad, Dani Levy, Jerusalem, Jüdisches Museum Berlin
julien.wilkens@axelspringer.de

BLICKWECHSEL

 
„Glaube“, „Liebe“, „Hoffnung“, „Angst“: Eine Stadt, viele Facetten. Regisseur Dani Levy lädt in vier 360-Grad-Kurzfilmen ein zu einer virtuellen Reise nach Jerusalem. Für das ARTE Magazin schreibt er, was sich beim Dreh abspielte – technische Abenteuer und omnipräsente Politik.

Regisseur Dani Levy tauscht seine Brille gegen eine 360-Grad-Brille ein und taucht mit uns in die Virtual Reality (© Kostas Maros)

Der Vorgang ist ganz einfach: Sie setzen sich eine Virtual Reality-Brille auf, dazu irgendwelche Kopfhörer und befinden sich mitten in Jerusalem. Nach 130 Jahren Filmgeschichte, in denen wir auf Leinwände oder Bildschirme schauen, ist diese VR-Erfahrung ein völlig neues Seh-Erlebnis. Abgeschottet von Raum und Zeit, tauchen Sie in eine filmische Welt ein. Mit Haut und Haar.

Sie stehen in der Yafo Street neben einem Stand-up-Comedian, der für seine subversiven Witze über Israel von Passanten angegriffen wird. Sie erleben, wie ein israelischer Soldat eine junge Palästinenserin am Checkpoint aus dem Bus holt, um mit ihr unter vier Augen zu sprechen. Sie befinden sich unter Scharfschützen auf den Dächern der Altstadt und werden Zeuge, wie ein Mann mit dem Jerusalem-Syndrom seine letzte Rede als Jesus hält, bevor er in den Himmel hochsteigt. Und Sie werden von zwei palästinensischen Sicherheitsbeamten in die wohl legendärste Bauruine des Nahen Ostens geführt: das Parlament des neuen palästinensischen Staates.

(Dreharbeiten der besonderen Art: Regisseur Dani Levy drehte in Jerusalem vier Kurzfilme in 360 Grad mit improvisierter Technik)

Vier Geschichten, vier Erlebnisse, vier Gefühle: „Glaube“, „Liebe“, „Hoffnung“, „Angst“. Sie alle stehen für den Kosmos von Jerusalem, der Stadt zwischen Traum und Trauma. Ich kenne keinen anderen Ort auf der Welt, der so schwierig und gleichzeitig so dankbar zu beschreiben ist. Insofern hat mich das Projekt, vier 360-Grad-Filme für die Jerusalem-Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin zu drehen, sofort gepackt. Es war ein lustiger Zufall, dass mein Regiekollege Wolfgang Becker mir kurz zuvor eine VR-Brille zum Geburtstag geschenkt hatte. Ich legte mein Handy in die Brille und war sofort infiziert. Neue Wege des Geschichtenerzählens taten sich auf. Die inszenierte Szene wird zum sinnlichen Erlebnis, man ist mittendrin.

Autor: Dani Levy

Den ganzen Artikel lesen Sie in der Mai-Ausgabe des ARTE Magazins!

ARTE HIGHLIGHT
Reise nach Jerusalem: Zusammen mit dem Jüdischen Museum Berlin widmet der Schweizer Regisseur Dani Levy der bewegten Metropole Jerusalem vier fiktive Kurzfilme. Entstanden ist ein einzigartiges Erlebnis in Virtual Reality. Zu sehen vom 3. Mai bis zum 17. Juni im Jüdischen Museum Berlin und ab 3. Mai in der ARTE-360-Grad-VR-App und online unter www.arte.tv/arte360

Geschichten aus Jerusalem: Glaube/Liebe/Hoffnung/Angst

Kurzfilme ab Donnerstag, 3.5.
360°-Film/VR Experience

Online verfügbar ab dem 3. Mai unter: www.arte.tv/arte360

Kategorien: Mai 2018