Ibiza, Zu Tisch
julien.wilkens@axelspringer.de

ZU TISCH … AUF IBIZA

Die zwei Gesichter einer Insel, zwischen Tag und Nacht, offenbaren doch eines: das Spiel der Sinne.

© Mauritius

Der Tisch ist reich gedeckt vor den Küsten Ibizas, denn hier im Mittelmeer tummeln sich zahlreiche Fische, vom Amberjack über die Meerbrasse bis zum Zackenbarsch. Die meisten finden sich auf den Speisekarten der ibizenkischen Restaurants wieder. Glatthai mit Zwiebeln (mussola amb cebes), Tintenfisch mit Reis (arroz a banda) oder getrockneter Rochen, der in kleinen Stücken Salate und andere Speisen mit seinem salzigen Geschmack verfeinert. Auch Flora und Fauna über dem Meeresspiegel laden zum Festschmaus: So zieren Zitronen-, Orangen-, Mandel- und Oliven­bäume die Balearen­insel. Abseits der touristischen Partymeilen, für die Ibiza so bekannt ist, schwirrt der Duft von wildem Knoblauch, Rosmarin, Thymian und Pinien durch die Luft. Ein Farbenspiel aus Gelb, Grün, Orange, mit türkisblauem Wasser, abgerundet durch das Zirpen der Zikaden. In dieses Sinnesspiel reiht sich Orangensalat mit Fenchel und Olivenöl ebenso ein wie Orangensalz oder der Osterkuchen Flaó mit Ziegenfrischkäse und Pfefferminze.

Wer auf der Suche nach altspanischer Atmosphäre ist, findet im historischen Teil der Hauptstadt sein Glück, welche heute den katalanischen Namen Eivissa trägt. In den 1960er und 1970er Jahren entdeckten Hippies das Eiland für sich. Noch heute trommeln die Einheimischen und Zugezogenen sonntags dem Sonnenuntergang entgegen, etwa am nördlichen Strand Cala Benirràs. Ein Überbleibsel vergangener Zeiten, als es noch keine großen Clubs wie das Amnesia oder das Pacha gab, in denen bekannte DJs auflegten und die die Gegend mit ihren harten Partybeats veränderten. Und als Stars aus dem Ausland hier noch keine luxuriösen Fincas erbaut hatten. So erhält Ibiza auch weiterhin seine gespaltene Seele, zwischen Hippies und der High Society, zwischen Clubs und den Oasen der Natur – die Gesichter einer Insel.

Das Rezept für Bullit de Peix – Fischeintopf

© Antonia Hrastar

Zutaten für 4 Personen
6 mittelgroße Kartoffeln
4 Knoblauchzehen
1 Zwiebel
je 1 rote und grüne Paprika­schote
1 Tomate
150 g grüne Bohnen
50 ml Olivenöl
1,2 kg gemischter Fisch
(z. B. Tintenfisch, Rotbarsch, Zackenbarsch, Roter Drachenkopf, Petersfisch)
Salz, Pfeffer, Safran
Gemüsebrühe

So geht’s:
1. Kartoffeln waschen, schälen, achteln. Knoblauch und Zwiebel fein würfeln. Paprikaschoten und Tomaten waschen und klein schneiden. Bohnen putzen und halbieren.

2. Fisch unter kaltem Wasser abbrausen, trockentupfen und in mundgerechte Stücke schneiden.

3. Olivenöl in einer Paella­pfanne oder in einer anderen großen, tiefen Pfanne erhitzen. Zuerst etwas Tintenfisch darin anbraten. Anschließend die Zwiebel und den Knoblauch dazugeben und mit dünsten. Dann das restliche Gemüse und die Kartoffeln dazugeben. Salz, Pfeffer und nach Belieben Safran dazugeben. Mit circa 1,5 Liter Gemüsebrühe ablöschen und 5 Minuten garen.

4. Fischstücke dazugeben und bei niedriger Temperatur weitere 15 bis 20 Minuten köcheln lassen, je nach Größe der Fischstücke.

5. Nach der Garzeit die Fischstücke und das Gemüse mit einer Schaumkelle aus der Pfanne nehmen und auf einer vorgewärmten Platte anrichten. Warmhalten.

6. Den übrig gebliebenen Fischsud nach Belieben für das Reisgericht arroz a banda aufheben (Tintenfisch mit Reis).

Zu Tisch: Ibiza

Esskulturdoku, Samstag, 14. April, 18.25 Uhr
Online verfügbar bis zum 13. Mai auf arte.tv

Kategorien: April 2018