Arte Magazin, Bloggerin, Ronja von Rönne

RONJA VON RÖNNE: „VIELLEICHT EIN ZUKUNFTSPLAN: ÖFTER IN DER GEGENWART SEIN“

Für ARTE moderiert die Bloggerin Ronja von Rönne im Wechsel mit Jonas Bosslet das Magazin „Streetphilosophy“

© Carolin Saage

ARTE Magazin: Für ARTE moderieren Sie die Sendung „Streetphilosophy“ – was hat Sie an dieser Aufgabe gereizt?

Ronja von Rönne: Ich war dort zuerst nur Gast, konnte mir also einen ganz guten Eindruck von der Sendung und den Verantwortlichen machen. Irgendwann bekam ich einen Anruf, ob ich mir auch vorstellen könne, die Sendung abwechselnd mit Jonas zu hosten. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich dankbar, die Drehs machen so unfassbar viel Spaß, ich erlebe Menschen und Dinge, die mir sonst wahrscheinlich einfach nicht passieren würden. Ich habe für „Street Philosophy“ mit einem Naturschamanen Bäume abgetastet, mir die Zukunft lesen lassen, mit einem Förster gejagt und mitten in einem Hip-Hop-Battlerap gestanden. Das ist so eine unfassbar schöne Abwechslung zum Schreibtisch. Das klingt alles ziemlich wie ein auswendig gelernter Pressetext, aber ist sehr wahr so empfunden.

ARTE Magazin: Die Sendung richtet sich vor allem an die „Generation Y“. Wie sehr können Sie sich damit identifizieren?

Geht so. Ich bin irgendwie Teil davon, denke aber ansonsten, dass eine Generation vor allem eine Menge Individuen mit ähnlichen Geburtsdaten ist. Ich sehe die großen Unterschiede auch gar nicht so sehr zwischen irgendwelchen X- oder Y- oder Z-Generationen, sondern eher zwischen Stadt und Land. Ich finde es aber schön, dass sich „Streetphilosophy“ an „die Jungen“ richtet, ohne dabei wie eine Sendung auszusehen, die krampfhaft jugendlich wirken will.


ARTE Magazin: „,Streetphilosophy‘“ stellt die wirklich wichtigen Fragen des Lebens“, heißt es im Pressetext zur Sendung. Welche Frage(n) sind für Sie die wichtigsten?

Kommt sehr auf den Kontext an. Manchmal solche wie: „Willst du noch Nachschlag?“, an schlecht gelaunten Tagen eher so etwas wie:„Wozu das alles?“, von der Politik würde ich mir wünschen, dass sie sich weitsichtige Fragen stellt, mein Freund darf gerne so etwas fragen wie: „Soll ich dir heute Aglio Olio Nudeln kochen?“ Es kommt also sehr drauf an. Ihre Frage ist gut!

ARTE Magazin: Sind Fragen für Sie wichtiger als Antworten?

Nein, sind sie nicht. Fragen sind vielleicht ein Anstoß, aber so ohne Antworten auch etwas sinnentleert. Ich finde Antworten schöner, egal ob vager Beantwortungsversuch, falsche Antworten, gebrüllte oder befürchtete. Fragen stoßen Türen auf, aber Antworten schließen ein paar davon wieder. Und es mangelt glaube ich immer eher an guten Antworten als an guten Fragen.

Magazin „Streetphilosophy“

Magazin Samstag, 11.11., 23.40 Uhr
auch auf arte.tv bis 9.2.2018 verfügbar

Kategorien: November 2017