Lebensmittelverschwendung, Massentierhaltung, Mastbetrieb, Schweine, Schweinefleisch

LEIDEN FÜRS XXL-SCHNITZEL

Deutsches Schweinefleisch ist günstig und beliebt. Doch dahinter steckt eine Industriehaltung, unter der die Tiere leiden. 14 erschreckende Fakten aus der ARTE-Doku „Armes Schwein – fettes Geschäft“.

Für unser Billigfleisch im Supermarkt leiden die Schweine ©Tvntv

1. Schweinefleisch ist das Lieblingsfleisch der Deutschen: Fast zwei Drittel der pro Kopf und pro Jahr verzehrten 60 Kilo Fleisch sind vom Schwein.

2. 90 Prozent der Schweine in Deutschland kommen nicht vom idyllischen Bauernhof, sondern aus industriellen Mastfabriken. Davon gibt es rund 900 in Deutschland.

3. Ein schlachtreifes Schwein wiegt 120 Kilo. In diesem Zustand bleibt ihm in der Haltung weniger als ein Quadratmeter Platz.

4. Vier Monate werden Schweine in den Mastbetrieben dick gefüttert. Pro Tag nehmen sie von dem Futter, das sie bekommen, etwa einen Kilo zu.

5. Ihr Gewicht von 120 Kilo erreichen die Schweine nach acht Monaten. Dann werden sie geschlachtet.

6. Der Mäster bekommt 200 Euro für ein Schwein. Nach Abzug aller Kosten bleiben ihm jedoch nur fünf Euro Gewinn.

7. In einem Massenbetrieb mit 10.000 Schweinen fallen pro Tag 40.000 Liter Gülle an.

8. Die Muttertiere werden in einen sogenannten Kastenstand eingepfercht, damit sie ihre Ferkel in den kleinen Ställen nicht versehentlich zerdrücken. Drei Mal im Jahr muss eine Sau Junge kriegen. Nach drei Jahren ist sie so ausgelaugt, dass sie geschlachtet wird.

9. Damit sich die Tiere in den Massenbetrieben nicht gegenseitig die Schwänze abbeißen, werden diese schon den Ferkeln abgeschnitten – teilweise ohne Betäubung.

10. 60 Millionen Schweine produzieren die deutschen Mastfabriken pro Jahr.

11. Die Schlachthöfe für Schweine sind Hocheffizienzbetriebe: Das Schlachten und Zerlegen eines Schweins kostet gerade mal einen Euro. Deutsches Schweinefleisch ist weltweit am billigsten.

12. In Deutschland gibt es noch 15.000 unabhängige Metzgereien. Immer mehr müssen aufgeben.

13. Schweine aus tiergerechter Haltung sind rund 20 Prozent teurer als Tiere aus Massentierhaltung.

14. 1960 musste ein Industriearbeiter 116 Minuten arbeiten, um ein Kilo Schweinefleisch kaufen zu können. 2001 waren es noch 36 Minuten. Heute sind es nur noch 24 Minuten.

ARTE Highlight: Armes Schwein, fettes Geschäft

Jahr für Jahr wird Fleisch billiger. Im Supermarkt gibt es ein Kilo Schweinefleisch schon für fünf Euro. Dennoch: In Deutschland ist das Fleisch-Geschäft für die Hersteller sehr lukrativ. Die Dokumentation zeigt, wie unsere Fleischindustrie, mit Unterstützung aus Berlin, europa- und weltweit für Fleisch zum Ramschpreis sorgt. Mit enormen Folgekosten: Umwelt und Mensch leiden, bäuerliche Strukturen werden zerstört, Billiglöhner ausgebeutet.

Dienstag, 5. September, 20.15 Uhr

Online bis 12. September

Kategorien: September 2017