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DICK, DÜNN, SCHÖN

Anhängerinnen der Body-Positivity-Bewegung kämpfen gegen den Schlankheitswahn und immer makellosere Schönheitsideale.

Akt-Fotoshooting mit Plus-Size-Models © Silvana Denker

Jeder Körper ist schön! Das ist das Credo der Body-Positivity-Bewegung. Die Frauen, die dahinterstecken, haben genug von den gertenschlanken Models auf Werbeplakaten und Instagram. Ein Kopf der feministischen Bewegung ist etwa Lena Dunham, die mit der Serie „Girls“ berühmt geworden ist und darin selbst die Rolle der Hannah spielt. Hannah ist übergewichtig und in vielen Szenen der Serie nackt zu sehen. Die Message: Kommt damit klar, dass mein Körper nicht aussieht wie der eines Models!

Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Frauen, die dafür kämpfen, dass das Schönheitsideal neu gedacht wird. Sie wollen, dass Frauen zurück zu einem positiven Körperbild finden und sich so, wie sie sind, schön finden. Dazu gehört nicht nur die Abschaffung des Schlankheitswahns. Die Frauen der Body-Positivity-Bewegung propagieren, dass etwa auch Körperbehaarung, Muttermale oder Warzen Merkmale von Schönheit sein können. Und dass die Frauen, die diese Merkmale haben, ruhig offen damit umgehen und einen positiven Zugang dazu finden können.

Onlineshops passen sich an

Die Body-Positivity-Bewegung kommt immer mehr auch im Alltag und in der Popkultur an. Die US-amerikanische Sängerin Meghan Trainor landete 2014 mit ihrem Song „All about that Bass“ einen Hit: Darin singt sie davon, dass sie eben nicht aussieht wie eine Barbiepuppe und dass das auch vollkommen in Ordnung so ist. In Frauenmagazinen und auch Fernsehsendungen ist immer öfter von Plus-Size-Models zu lesen, die trotz oder wegen ihres höheren Gewichts Karriere machen.

Online-Shops wie ASOS zeigen nicht mehr nur noch Frauen mit Kleidergröße 34, sondern führen auch „Plus“-Sortimente für Frauen ab Kleidergröße 46. Der Modeshop verzichtet zudem seit Kurzem auf das Wegretuschieren von Dehnungsstreifen und Zellulite. Die Models sehen mehrheitlich zwar immer noch völlig makellos aus, doch die Entscheidung wird von vielen als Schritt in die richtige Richtung begrüßt. Auch Marken machen sich den Body-Positivity-Trend bereits zunutze: So setzt „Dove“ in seinen Werbekampagnen darauf, Frauen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Figuren abzubilden.

Bewusstes Zur-Schau-Stellen vermeintlicher Makel

Auch auf sozialen Netzwerken gibt es mittlerweile eine regelrechte Gegenbewegung zum Fitness- und Schlankheitstrend. Zwar dominieren auf der Bilderplattform Instagram in der Masse noch die Fotos von durchtrainierten, ultraschlanken Frauen. Doch immer mehr Frauen, deren Figuren nicht der Model-Norm entsprechen, posten selbstbewusst Bilder von sich im Bikini oder in enganliegenden Sportklamotten. Vermeintliche Makel wie Cellulite oder Dellen an Oberschenkeln und Hüften stellen sie dabei ganz bewusst zur Schau. Auf Twitter tauschen sich immer wieder Frauen darüber aus, welche beleidigenden Kommentare sie sich aufgrund ihrer Figur schon gefallen lassen mussten.

Das Phänomen der Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper betrifft nicht nur Frauen, diese aber in besonderem Maße. Laut verschiedener Studien sind zwischen drei Vierteln und 90 Prozent der Frauen mit ihrem Körper nicht zufrieden. Über 50 Prozent der Männer geben dagegen an, mit ihrem Körper zufrieden zu sein.

Carla Baum

Re: Dick und schön

„Schlanke Menschen sind attraktiver als dicke Menschen.“ Das ist die Botschaft, mit der sich vor allem Frauen täglich konfrontiert sehen. Ob in der U-Bahn, in Zeitschriften oder auf Instagram: Überall prangen Fotos von perfekten Frauenkörpern. Daher sind immer mehr Frauen mit ihrem Körper unglücklich – in Deutschland laut einer aktuellen Studie 91 Prozent! Schluss damit, sagen die Aktivistinnen der Body-Positivity-Bewegung. Sie kämpfen dafür, dass Deutschlands Frauen zurück zu einem positiven, normalen Körperbild finden, auch mit Cellulite und Speckröllchen. Auch wer dick ist, kann schön sein! „Re:“ begleitet eine Frau, die ihre Kilos zu akzeptieren lernt.

Freitag, 8. September, 19.40 Uhr

Kategorien: September 2017