Containern, Lebensmittel, Lebensmittelverschwendung, Wastecooking
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LEBENSMITTELVERSCHWENDUNG: IS(S)T DAS NOCH GUT?

Die Europäer sind gemeinsam mit den Nordamerikanern Spitzenreiter im Wegwerfen von Lebensmitteln. Fakten und Zahlen zum Thema „Wegwerfgesellschaft“.

Waste-Menü: Nudeln mit Seetang und Muscheln, aus der ARTE-Serie „Wastecooking“ ©SWR, Mischief Films

Die globale Lebensmittelproduktion würde theoretisch ausreichen, um weit mehr als sieben Milliarden Menschen jeden Tag satt zu machen. Von den sieben Milliarden Menschen hungern laut der Welthungerhilfe aber täglich 795 Millionen.

Rund ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landet auf dem Müll. In Deutschland werden pro Tag laut einer Studie des WWF allein rund 50.400 Tonnen Lebensmittel weggeworfen.

Die Deutschen schätzen, dass sie circa 6 % ihrer Lebensmittel wegwerfen. Tatsächlich sind es aber 21 %.

Europäer und Nordamerikaner werfen am meisten weg: Pro Haushalt bis zu 120 Kilogramm pro Jahr, vor allem Obst und Gemüse, das in vielen Fällen noch genießbar wäre. In Asien und Afrika werden dagegen kaum Lebensmittel weggeworfen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum sagt nichts darüber aus, bis wann man ein Lebensmittel noch essen kann. Es indiziert lediglich, wie lange es sein ursprüngliches Aussehen, Konsistenz und Geschmack noch beibehält. Viele Lebensmittel sind weit über das MHD noch genießbar, Joghurt beispielsweise oft noch bis zu zwei Monate danach.

Aktivisten gehen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln vor. Beliebt ist zum Beispiel das „Containern“, das Entwenden von Lebensmitteln aus dem Müll von Supermärkten. Doch wer containert, macht sich des Hausfriedensbruchs und des Diebstahls strafbar.

Unmerklich wirkt jeder an der Überproduktion von Lebensmitteln mit: Weil viele Menschen abends einkaufen und auch dann noch ein breites Warenangebot vorfinden wollen, stehen die Supermärkte unter Druck, auch dann noch Regale voller frischem Obst und Gemüse vorweisen zu können.

Einige Start-ups und Initiativen gehen gegen die „Wegwerfgesellschaft“ vor – zum Beispiel die Initiative Foodsharing, die sich darum kümmert, dass übrig gebliebene Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden.

Wastecooking – Kochen, was andere verschwenden

„Wastecooking“ ist mit fünf neuen Folgen zurück, die David Groß diesmal von Dänemark bis Rumänien quer durch Europa führen. Mit dabei sind wieder das Wastemobil, ein zur mobilen Küche umgebauter Müllcontainer, und viele kulinarische Ideen. So erntet David mit der Seetang-Expertin Anita Dietz frischen Seetang an der Nordküste und bereitet ihn gleich am Strand zu. Außerdem besucht David den ersten Waste-Supermarkt und das weltweit erste Waste-Restaurant, wo ihn Küchenchef Søren in die kreative Resteküche einweist. Dänemark gilt also zu Recht als Pionier im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Dokumentationsreihe

Ab Montag, 19. Juni, 17.05 Uhr

Kategorien: März 2018 · März 2018