ZU TISCH IN … ARMENIEN

Julian Ringer

Julian Ringer

 

DAS REZEPT

 

Gata
Armenischer Butterkuchen

 

Teig: 1 EL Trockenhefe, 1 Tasse Schlagsahne, 1 Tasse Butter, 1 Ei, 1 EL Öl, 1 EL Essig, 3 Tassen Mehl; Füllung: 1 Tasse Butter, 2 Tassen Mehl, 1 Tasse Zucker, 3 Pck. Vanillezucker; Glasur: 2 Eigelb

 

Teig: Hefe mit der Sahne mischen. 10 Min. ruhen lassen. Zerlassene Butter, Ei, Öl und Essig hineinrühren. Mehl zufügen. Teig kneten, mind. 1 Stunde kalt stellen. Füllung: Zerlassene Butter, Mehl, Zucker und Vanillezucker mischen. Ofen auf 180 Grad vorheizen. Teig ausrollen, Füllung darauf verteilen und verschließen, erneut ca. 2 cm dick ausrollen. Mit Ei bestreichen und 30 Min. backen. Bari achordschak!

 

 

ZU TISCH

 

Die armenische Küche ist von türkischen, arabischen und russischen Traditionen beeinflusst und gehört zu den ältesten in Transkaukasien. Die Zutaten stammen oft aus eigenem Anbau oder vom Markt. Ob Lammspieße oder Süßspeisen: Viele Gerichte werden in einem im Boden eingelassenen Lehmofen, dem sogenannten Tonir, zubereitet. In diesem Ofen wird außerdem das armenische Brot Lavash gebacken: Dazu werden hauchdünne Teigplatten an den heißen Steinwänden erhitzt. Als Beilage zum Hauptgericht stehen neben Bulgur stets auch wilde Kräuter wie Koriander, Petersilie und Minze in Schalen verteilt auf dem Tisch.

 

DIE REGION

Inmitten der Bergketten des Kleinen Kaukasus, zwischen der Türkei, Georgien, Iran und Aserbaidschan, liegt Armenien – ein Land, das sich zu 90 Prozent auf über 1.000 Metern Höhe erstreckt. Erst seit 21 Jahren ist das Land unabhängig, bis 1991 gehörte es zur Sowjetunion. Der Staat ist so groß wie Belgien, aber nur dünn besiedelt: So lebt von ins-gesamt drei Millionen Eiwohnern circa eine Million allein in der Hauptstadt Jerewan.
Die Geschichte des Landes ist von großen Emigrationswellen gezeichnet, die politischen Konflikten geschuldet sind und zu einer immensen Diaspora geführt haben: Sechs Millionen Armenier leben außerhalb ihres Heimatlandes, die meisten sind nach Russland und in die USA ausgewandert. Die Überweisungen größerer Geldbeträge von im Ausland lebenden Armeniern an ihre Verwandten beeinflussen sogar das Bruttoinlandsprodukt des Landes.

 

TYPISCH ARMENIEN

 

Armenien gilt als das älteste christliche Land der Welt: Hier wurde im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion erklärt. Die erste Staatskirche, heute UNESCO-Weltkulturerbe, steht in Etschmiadsin. Inzwischen sind Staat und Religion getrennt, jedoch ist die Armenische Apostolische Kirche die „nationale Kirche Armeniens“ – ihr gehören 93 Prozent der Bevölkerung an.
Das Land hat eines der ältesten Weinanbaugebiete der Welt zu bieten: Schon vor 2.500 Jahren wurde hier Wein kultiviert, seit 150 Jahren zudem Weinbrand destilliert, den die Armenier als Cognac bezeichnen – in der EU ist der Begriff den Franzosen vorbehalten. Der Kaukasus-Weinbrand ist bei Kennern sehr beliebt, zu ihnen gehörte auch Churchill.

 

Kategorien: August 2012