Gerechtigkeit, Interview, Olivia Swaak-Goldmann, Tierschutz
julien.wilkens@axelspringer.de

JAGD AUF DIE JÄGER

Bedroht. Wilderer jagen Nashörner, Elefanten und Tiger für Millionenumsätze. Eine Juristin wiederum jagt die Täter – für Gerechtigkeit.

(© GETTY IMAGES/Marie Bauer)

Skrupellose Auftragskiller und reiche Hintermänner, millionenschwere Schwarzmarktware und Undercover-Fahnder. Was nach Stoff aus einem Thriller klingt, gehört zur Tagesordnung einer Ermittlungsagentur der besonderen Art – der Wildlife Justice Commission (WJC). Ihr Ziel: die Strippenzieher des weltweit viertgrößten illegalen Handels vor Gericht zu bringen, des Handels mit Tier und Natur. Ihre Feinde: kriminelle Händler, Käufer – und die Zeit. Alle 30 Minuten töten Wilderer einen Elefanten für seine Stoßzähne, alle acht Stunden ein Nashorn für sein Horn. Um zu Olivia Swaak-Goldman, Leiterin der WJC, zu gelangen, muss man wissen, wie man sie findet. In einem Hochhaus in Den Haag mit verwinkelten Fluren befinden sich hinter einer unscheinbaren Tür die Büros der US-amerikanischen Juristin und ihres Teams.

ARTE Magazin: Die WJC setzt sich, wie ihr Name sagt, nicht nur für den Erhalt von Tieren und der Natur ein, sondern verlangt Gerechtigkeit. Was heißt das konkret?
Olivia Swaak-Goldmann: Unsere Organisation ist einzigartig, denn sie verfolgt einen komplett neuen Ansatz im Artenschutz. Trotz des großen Engagements unterschiedlicher Akteure auf diesem Gebiet fehlte bisher etwas Fundamentales – die juristische Annäherung an das Problem, sprich Strafverfolgung. Doch der internationale Wildtierhandel ist ein organisiertes Verbrechen wie jedes andere. Verantwortliche müssen verfolgt und bestraft werden.

ARTE Magazin: Gab es bereits erste Erfolge?
Olivia Swaak-Goldmann:Auf jeden Fall. Seit wir unsere Arbeit vor drei Jahren aufgenommen haben, konnten wir helfen, zehn Händlernetzwerke zu sprengen und rund 70 Kriminelle hinter Gitter zu bringen.

ARTE Magazin: Trotz aller Bemühungen steht es weltweit schlecht um den Tier- und Pflanzenbestand. Laut WWF haben wir in den letzten 40 Jahren ungefähr 50 Prozent der Artenvielfalt auf der Erde verloren.

Olivia Swaak-Goldmann: Die Zeit ist tatsächlich nicht auf unserer Seite. Dennoch: Die WJC wurde gegründet, um neben den bestehenden Maßnahmen zum Artenschutz einen innovativen Ansatz einzubringen. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam den Kampf gewinnen können.

Interview: Jana Idris

Das vollständige Interview lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des ARTE Magazins!

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Kategorien: Oktober 2018