ARTE ESSKULTUR, Lake District, Shepherd's Pie, Zu Tisch in
julien.wilkens@axelspringer.de

ZU TISCH: LAKE DISTRICT

Deftig. Sind englische Schäfer nach der Arbeit hungrig, wartet zu Hause Herzhaftes auf sie – zumeist mit Fleisch.

Deftige Hausmannskost und typisch für den Nordwesten Englands: Shepherd’s Pie (© Antonia Hrastar)

Wie viele Lakes gibt es im Lake District?“, fragen Einheimische des Nationalparks im Nordwesten Englands gern die Ortsunkundigen. Wer da grübelnd zählt, bekommt ein breites Grinsen als Antwort und dazu die Anmerkung: „Falsch, nur einen!“ Denn die Bezeichnung „Lake“ trägt lediglich einer der zahlreichen Seen, die sich im 2.172 Quadratkilometer großen Park erstrecken: der Bassenthwaite Lake. Die knapp 1.000 weiteren Gewässer, die sich an die sanften Hügel und höchsten Berge des Landes schmiegen, heißen „tarn“ oder „mere“ und beschreiben kleine Bergseen. „Tarn“ entstammt dem altnordischen Wort „tjörn“, das „kleiner See“ oder „Träne“ bedeutet – und erinnert an den Einfluss der Wikinger auf die englische Sprache. Seine Form verdankt der Lake District der letzten Eiszeit, die jene Trogtäler schuf, in denen sich heute das Wasser sammelt. In dieser Umgebung ließen sich einige einheimische Autoren zu ihrer Kunst inspirieren. Beatrix Potter etwa kreierte mit ihrer „Geschichte von Peter Hase“ ab 1905 die heile Welt des kleinen Hasen mit blauem Jäckchen. Das heute öffentlich zugängliche Wohnhaus der Kinderbuchautorin scheint mit dem malerischen Garten wie direkt der Geschichte entsprungen.

Statt mit Karotten aus dem Garten füllen die Briten in dieser Ecke des Landes ihre Töpfe indes lieber mit Fleisch. Auf 500 Hektar Land kommen hier rund 1.000 Schafe, die von heimischen Schäfern mit Border Collies gehütet werden. Das Fleisch kommt als Hammeleintopf („Hot Pot“) zubereitet in den Ofen. Dem berühmten „English Breakfast“ und dem „Shepherd’s Pie“ geben Blutwurst und Rinderhack die besondere Note. Auch die aufgerollte „Cumberland-Sausage“ ist „very british“, daneben „Fish and Chips“, ohne die geht es nirgendwo in Großbritannien. Deftig muss es sein in diesem rauen Klima, in dem sich die Schäfer nach getaner Arbeit ihre Brotzeit redlich verdient haben. Dazu ein frisch gezapftes Ale. Cheers!

Das Rezept für Shepherd’s Pie

Zutaten für 8 Personen

2 große Zwiebeln
2-3 Möhren
1 grüne, 1 rote Paprika
30ml Sonnenblumenöl
1kg Rinderhackfleisch
Salz, Pfeffer
2 Dosen Tomaten gehackt
900g Kartoffeln
50 bis 80 g Butter
100ml warme Milch

So geht’s:
1. Zwiebeln abziehen und klein hacken. Möhren schälen. Paprika und Möhren in kleine Würfel schneiden.

2. Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Gemüse andünsten, das Hackfleisch dazugeben. Salzen und pfeffern. Die Dosentomaten zufügen, alles circa 40 Minuten köcheln lassen.

3. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Wasser in einem Topf erhitzen, etwas Salz zugeben. Kartoffeln darin circa 20 Minuten weichkochen.

4. Kartoffeln abgießen, in einer Schüssel mit Butter und warmer Milch stampfen.

5. Hackfleischmasse in einen Bräter umfüllen, den Kartoffelbrei darauf verteilen, im Ofen rund 25 Minuten backen, bis der Kartoffelbrei leicht gebräunt ist. Heiß servieren.

Text: Karoline Nuckel

Zu Tisch: Lake District

Esskulturdoku, Samstag, 14.10, 18.25 Uhr
Online verfügbar bis zum 12. November!

Kategorien: Oktober 2018