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WEB-SERIE „ZOMBIEINVASION“: EIN ZOMBIE-ABC

Im Oktober exklusiv online auf arte.tv: Untote bevölkern in „Zombieinvasion“ unsere Welt – die Untoten sind, spätestens seit dem Film „Die Nacht der lebenden Toten“ von 1968, in der Popkultur angekommen. Mit dessen gerade verstorbenem Schöpfer George Romero führte Regisseur Dimitri Kourtchine für „Zombinvasion“ eines der letzten Interviews. In der zwölfteiligen Web-Serie verfolgt er die Spur der Monster von den Anfängen in haitianischen Kulten bis hin zur jüngsten Renaissance in Computerspielen. Ein ABC der Zombies in der Popkultur.

© BRIDGES

A: Afrikanisch

„Zombie“ kommt aus dem Afrikanischen, und zwar vom Wort „nzambi“ bzw. „nzùmbe“. Das bedeutet in Kimbundu „Totengeist“. Auf Haiti wird der Begriff „Zonbi“ als „Zombi“ ausgesprochen – auch er bezeichnet den „Totengeist“.

B: Bela Lugoni

Der „Dracula“-Darsteller spielte in „White Zombies“ (1932) die erste Zombie-Hauptrolle der Filmgeschichte.

C: The Cranberries

In Interpretationen wird der dem Song namensgebende „Zombie“ als Metapher dafür gesehen, dass Krieg und Gewalt jeden zum Töten ohne Grund befähigen, genauso wie bei Untoten.

D: Dragur

In Skandinavien wurden die sogenannten Draugr im Mittelalter als reelle Bedrohung angesehen. Dabei handelt es sich um verstorbene Krieger, die Lebende angreifen, weil sie weiter kämpfen wollen.

E: Ernährung

Die Annahme, dass sich Zombies von menschlichen Gehirnen ernähren, ist weit verbreitet. Doch etabliert wurde die Speise erst 1985 im Film „The Return of the Living Dead“.

F: Fear of Zombies-Phobia

Es gibt kaum etwas, was es nicht gibt: Menschen, die übermäßig viele Zombie-Filme schauen, können eine Zombie-Phobie entwickeln. Die Angst richtet sich aber lediglich gegen Zombies; andere Horrorfilme können die Betroffenen ohne Furcht anschauen.

G: George A. Romero

Mit seinen extrem grausamen Filmen „Night of the Living Dead“ (1968) oder „Dawn of the Dead“ schrieb der Regisseur George A. Romero Zombie-Filmgeschichte.

H: Haiti

Im Laufe der Filmgeschichte lösen sich die Autoren von Zombie-Filmen von den haitianischen Wurzeln. Von nun an dienen europäische und amerikanische Städte als Schauplätze.

I: Infektion

Da sich Untote nicht klassisch fortpflanzen können, gibt es neben der modernen Version, dass man durch eine Virusinfektion zum Zombie wird, die Variante, durch eine Infektion, die durch einen Biss übertragen wird, zu diesem Wesen zu werden.

J: Michael Jackson

Michael Jackson führt im Musikvideo zu „Thriller“ im Jahr 1984 seine legendären Zombie-Tanznummer auf und bringt die Untoten endgültig in den Mainstream.

K: Kannibalismus

Für Zombies gelten die ethischen und moralischen Gesetze der Menschen nur noch bedingt. Deshalb ermöglichen die Untoten den Autoren und Regisseuren in diesem Bereich der Popkultur im Falle des Kannibalismus unter Zombies eine Grenzüberschreitung, die an anderen Stellen nicht möglich wäre.

L: Langsamer Zombie

Unter Fans ist es eine Glaubensfrage. Doch langsame Zombies sind die verbreiteteren Kreaturen in der Popkultur – schließlich bewegen sich Untote, die schon einem gewissen Grad der Leichenstarre unterliegen, langsamer.

M: Moderner Zombie

Seinen Weg in die westliche Welt findet der Zombie im Jahr 1929 mit dem Reisebericht „The Magic Island“ des Abenteurers William Seabrook. Der Amerikaner beschreibt darin seine Erlebnisse auf Haiti; diese sind geprägt von Vodoo-Priestern, die an Zombies glauben und sich in einem ständigen Blut- und Sexrausch befinden. Das Buch inspiriert den ersten amerikanischen Zombie-Film überhaupt: „White Zombie“ (1932).

N: Nachbar

Inzwischen leben wir Tür an Tür mit dem Zombie und schauen ihm, wie etwa in „Santa Clarita Diet“, dabei zu, wie er in unserem Alltag klarkommt.

O: Oxford Dictionary

Im Jahr 1819 tauchte das Wort „Zombie“ erstmals im Oxford English Dictionary auf.

P: Pittsburgh

George A. Romero, der Mann, der Zombie-Filmgeschichte schrieb, sagte einst: „In Pittsburgh laufen wahrscheinlich jede Menge Leute herum, die in meinen Filmen schon Zombies gespielt haben. Es macht ihnen wahrscheinlich auch Spaß.“

Q: Quarantäne

Zombie-Filme haben oft gesellschaftskritische Tendenzen. Zombies werden oft mit Naturkatastrophen oder Infektionen verglichen – entfliehen kann man dem nur in der vollkommenen Quarantäne.

R: Raubtiere

Heute sind Zombies mehr Raubtiere als Untote und auf der Jagd nach Menschen.

S: Shaun of the Dead

Im Jahr 2004 kam mit „Shaun oft the Dead“ eine Hommage an klassische Zombie-Filme in die Kinos. Der Film, der eine Mischung aus Komödie und Horrorfilm ist, parodiert vor allem den Klassiker des Genres „Dawn of the dead“ aus dem Jahr 1978.

T: The Walking Dead

Heute sind es vor allem amerikanische Serien wie „The Walking Dead“, die das Zombie-Erbe weiterführen.

U: Untote

Tauchen Zombies in der Popkultur im Horden auf, verwendet man häufig den Begriff „Untote“.

V: Verwandte

Konflikte in den Geschichten entstehen oft durch Verwandtschaft zu den Zombies. Protagonisten werden so gezwungen, eine Entscheidung zu treffen, die dazu führen kann, einen einst geliebten Menschen zu töten.

W: Weltall

Nach einer Verschwörungstheorie, der „Spontaneous Necro-Animation Psychosis“ (SNAP), ist eine Zombie-Epidemie schuld daran, dass wir bislang keine anderen Lebewesen im Weltall finden konnten.

Y: Jean Yarbrough

Jean Yarbrough drehte mit „Herr der Zombies“ (1941) bereits eine Horrorfilmkomödie, die sogar im Zweiten Weltkrieg spielt.

Z: Zombieland

Dass Zombie-Filme auch lustig sein können, beweist die Komödie „Zombieland“ im Jahr 2009. Der Streifen wartet nicht nur mit Starbesetzung (u. a. Woody Harrelson, Emma Stone) auf, sondern er ist auch bei Kritikern und dem Publikum beliebt.

Helena Düll

Alle Folgen online auf arte.tv/zombinvasion

Kategorien: Oktober 2017