China, Seidenstraße, Wachstum, WIRTSCHAFT, Zentralasien
julien.wilkens@axelspringer.de

SEIDENSTRAßE 2.0

Mit einem monströsen Infrastrukturprojekt etabliert China seine globale Vormachtstellung: häufig trägt es den klangvollen Namen „Neue Seidenstraße“. Peking möchte seinen Einfluss auf den Handel zwischen Asien, Europa und Afrika sichern.

© Getty Images

„Neue Seidenstraße“, „One Belt, one Road“, „Belt and Road Initiative“: Chinas gigantisches Prestigeprojekt, 2013 erstmals von Staatschef Xi Jinping verkündet, hat viele Namen. Und mindestens genauso viele Ziele. Es zeichnet die Karte globaler Handelsbeziehungen neu, etwa durch schnelle Landverbindungen Richtung Europa. In Zentralasien wird damit der historisch starke russische Einfluss zurückgedrängt. China treibt den Bau von Schienenwegen, Autobahnen und Pipelines durch sechs sogenannte Wirtschaftskorridore voran, chinesische Firmen übernehmen Häfen an bedeutenden Seewegen.

Stärkung der Binnenwirtschaft

Wichtig ist die „Neue Seidenstraße“ für das Riesenreich auch innenpolitisch, vor allem für die Entwicklung und Befriedung der von muslimischen Uiguren bewohnten Region Xinjiang. Zudem muss China sein Wirtschaftswachstum hoch halten, um soziale Spannungen zu verhindern. Mehr als 900 Infrastrukturprojekte für insgesamt mindestens eine Billion US-Dollar werden zur Seidenstraßen-Strategie gezählt. Geld gibt neben chinesischen Staatsbanken auch die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank, an der knapp 60 Staaten, darunter auch Deutschland, beteiligt sind. Einen vollständigen Überblick über den Masterplan gibt es nicht, aber viele Mitspieler – und am Ende wohl immer einen Gewinner: China.

Oliver de Weert

ARTE Highlight: Seidenstrasse 2.0

Machtvoll: China treibt rund um den Globus Infrastrukturprojekte voran.

Geopolitische Doku

Dienstag, 10. Oktober, 21.55 Uhr

Bis 9. Dezember online verfügbar.

Kategorien: Oktober 2017