Kraftklub
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DREI FRAGEN AN: KRAFTKLUB

Kraftklub sind mit einem neuen Album zurück. Wir trafen die Jungs auf dem Deichbrand Festival. Ihr Auftritt dort ist noch bis Ende August auf arte.tv verfügbar.

Felix Brummer (Gesang, l.) und Steffen Israel (Gitarre, Keyboard, M.) mit ARTE Concert-Redakteur Paul Gengenbach

ARTE Magazin: Nach knapp drei Jahren habt ihr euch dieses Jahr mit einem neuen Album zurückgemeldet, „Keine Nacht für niemand“. Was habt ihr in den vergangenen drei Jahren gemacht?

Kraftklub: Viel Musik tatsächlich. Wir hatten eigentlich geplant, eine Pause zu machen. Nach den ersten zwei Alben und ständigem Auf-Tour-Sein wollten wir uns eigentlich zurücknehmen. Aber wir haben gemerkt, dass wir in dieser Pause schon nach zwei Monaten wieder gesagt haben: Hey, hat jemand Lust, in den Proberaum zu gehen? Ich habe da eine neue Idee. Dann haben wir wieder angefangen, Musik zu machen, erstmal gar nicht mit dem Gedanken, ein Album zu machen. Ohne es zu merken, waren wir dann aber doch recht schnell wieder an dem Punkt, an dem ein neues Album entstanden ist. Wir machen halt Musik, weil das unsere Art von Chillen ist. Bei uns überschneidet sich die Freizeit sehr mit dem Beruflichen.

Ihr habt über eine halbe Million Fans auf Facebook. Im März habt ihr einen zehneinhalbstündigen Livestream gemacht. Wie wichtig ist euch dieser Kanal, wie nutzt ihr das?

Wir sind große Fans von solchen Möglichkeiten. Ich fand das von Anfang an geil, dass man mit dieser Form der Kommunikation spielen kann. Wir haben es immer als eine Möglichkeit begriffen, einfach lustigen Schabernack zu machen. Dazu kommt, dass wir uns immer Gedanken gemacht haben über die Musik hinaus. Viele Bands sagen ja, dass die Musik für sich sprechen müsse. Wir fanden es aber schon immer gut, lustige Aktionen zu machen. Dafür sind Facebook, Twitter und Instagram natürlich genial. Da können wir sagen: „Hey, in einer Stunde spielen wir in Köln-Ehrenfeld ein Konzert. Kommt doch rum!“ Dann sind da innerhalb einer halben Stunde 2000 Leute auf den Dächern drumherum. Das macht einfach Bock. Aber man muss es wollen. Man merkt das, wenn Bands nur Social Media Manager eingestellt haben und selbst eigentlich gar keine Lust auf diese Art der Kommunikation haben.

Seht ihr euch eigentlich als eine politische Band?

Wir sehen uns als politische Menschen und wir haben zusammen eine Band. Das färbt also auf das gemeinsame Projekt ab. Jetzt gerade wurde ich angezeigt wegen Beleidigung, von einem rechten Stadtrat. Das ist der Nebeneffekt, das muss man in Kauf nehmen.

Kraftklub auf dem DEICHBRAND Festival 2017

Die Chemnitzer Jungs von Kraftklub droppten pünktlich vor dem DEICHBRAND Festival ein neues Album: „Keine Nacht Für Niemand“ heißt das neue Werk, und steht seinen Vorgängern in nichts nach. Dem steilen Aufstieg der Pop-Punk-Rap-Formation steht also weiter nichts im Wege!

Online verfügbar bis 21. August

Kategorien: Juli 2017