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SUMMER OF FISH’N’CHIPS: DIE BRILLIANZ DER GOSSE

Dem Brexit zum Trotz: ARTE zeigt das Beste aus 60 Jahren UK-Pop. Einblicke in über ein halbes Jahrhundert voll britischer Musikgeschichte.

Oasis – die wohl bekannteste und erfolgreichste Britpop-Band © Alamy S.I.N.

Hello? Was ist nur los mit Cool Britannia? Das Vereinigte Königreich – oder besser gesagt: England – setzt mit dem Brexit gerade eine liebgewonnene politische Freundschaft aufs Spiel. „Bollocks!“, möchte man schluchzen und eine heilende Tüte Fish and Chips verschlingen. Doch es gibt noch viel besseren Trost: die britische Popkultur. Sie ist das wichtigste Exportgut der Insel und beschert uns bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert eine Art internationale Leitkultur der Coolness.

Die Beatles führen die Liste der meistverkauften Tonträger an. 600 Millionen Platten haben sie seit ihrer Gründung 1962 verkauft. Ihre Plattenfirma EMI schätzt die Verkaufszahlen sogar auf über eine Milliarde.

Ein TV-Bericht über den ersten Auftritt der Stones in Deutschland fing 1965 mit den Worten an: „Sie sind die hässlichste Beat-Gruppe in England. Sie sehen wie ungekämmte, ungewaschene, langhaarige Höhlenmenschen aus.“

Deutschland rüstete sich für den ersten Auftritt der Stones, ihr Ruf eilte ihnen voraus: Beim Konzert in Münster rückten 110 Polizisten, Feldjäger der Bundeswehr und Militärpolizei aus den Niederlanden mit einem Wasserwerfer an.

„Definitely Maybe“, das erste Album von Oasis, erzielte 1994 die bis dato höchsten Verkaufszahlen in der ersten Verkaufswoche eines Albums. Erst 2006 wurde dieser Rekord von den Arctic Monkeys mit ihrem Debütalbum „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ übertroffen.

Der Name der Band Radiohead stammt vom Song „Radio Head“ der Talking Heads. Bevor sie sich in „Radiohead“ umbenannte, spielte die Band unter dem Namen „On a Friday“, da man sich immer freitags zum Proben traf.

Pink Floyds Album „The Dark Side of the Moon“ hielt sich 740 Wochen in den amerikanischen Billboard-Charts, von 1973 bis 1988. Bis heute ist das ein unübertroffener Rekord.

Die Kokarde, auch bekannt als „Mod Target“, gilt als Markenzeichen der Mod-Bewegung. Sie wurde ursprünglich von der Royal Air Force benutzt, dann aber von der Band The Who in den 1960er Jahren zweckentfremdet und auf Poster und Shirts gedruckt.

Ein weiteres Markenzeichen der Mods waren ihre Motorroller. Jedes Wochenende wurden Ausfahrten mit bis zu 200 jungen Rowdys organisiert.

Das 1989 erschienene Debütalbum der Band The Stone Roses wird als das erste Britpop-Album gesehen. Noel Gallagher behauptet dagegen, dass das Debütalbum der Band The La’s das erste Britpop-Album war.

Der Begriff Britpop wurde 1997 in das Oxford English Dictionary aufgenommen. In der Musikszene war er da schon zehn Jahre im Umlauf.

Auf dem amerikanischen Markt erzielte britische Pop- und Rockmusik in dern 80ern über 30 Prozent Marktanteil. Heute sind es nur noch 0,2 Prozent.

Forever Hero: Nach dem Tod von David Bowie gab es einen beispiellosen Download-Run auf seine Musik. 24 der 100 meistgeladenen Songs stammen seitdem von dem 2016 verstorbenen Pop-Chamäleon.

ARTE: Summer of Fish ’n‘ Chips

Großbritannien ist das Mutterland der Popkultur. An sechs Wochenenden würdigt ARTE mit kultigen Spielfilmen, Dokus und Konzerten emblematische britische Künstler und Bands. Präsentiert wird der „Summer of Fish ’n‘ Chips“ von jenem Mann, der als Sänger der Sex Pistols den Punkrock miterfand: Johnny Rotten.

Kategorien: Juli 2017