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DEUTSCHE AUSWANDERER: DAS GLÜCK IN DER FERNE

Neugier, Abenteuerlust oder Sehnsucht nach einem besseren Leben treiben Deutsche ins Ausland. Anders als früher gehen die wenigsten heute für immer.

Szene aus der ARTE-Dokureihe „Der Traum von der neuen Welt“ © Looks International

Damals: Auswandern im 19. Jahrhundert

Kriege, Hunger, Armut und soziale Ungerechtigkeiten trieben die Deutschen im 19. Jahrhundert aus dem Land. Vor allem die Vereinigten Staaten lockten mit der Chance auf Landerwerb, höheren Löhnen sowie politischer und religiöser Freiheit.

Zu den prominenten deutschen Auswanderern der frühen Stunde gehört Levi Strauss, der als Erfinder der Jeans gilt. Er wurde als Löb Strauß 1829 in Oberfranken geboren und ging bereits als Jugendlicher mit seiner Familie über den großen Teich.

Die deutschen Auswanderer in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fuhren mit Segelschiffen nach Amerika. Die Überfahrt dauerte 45 bis 60 Tage, oft hatten die Menschen an Bord nur sehr wenig Platz. Besserung brachten Dampfer: Mit ihnen dauerte die Überfahrt ab circa 1860 nur noch acht Tage. Tickets für die Überfahrt mit den neuen Schiffen waren allerdings zunächst nur für wenige erschwinglich.

Heute: Auswandern im 21. Jahrhundert

2,2 Millionen Deutsche kehrten in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten ihrer Heimat den Rücken zu. Die meisten von ihnen blieben in Europa, vorwiegend innerhalb der EU-Grenzen.

Mehr Männer als Frauen wagen den Schritt ins Ausland. Rund 53 % der Auswanderer insgesamt sind männlich. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist jedoch der weibliche Anteil etwas höher.

Höher Gebildete, vor allem Akademiker, sind mobiler. „Neue Erfahrungen machen“ ist das wichtigste Motiv zur Auswanderung, gefolgt von beruflichen und familiären Gründen. Bei einer Befragung gab immerhin die Hälfte der Auswanderer an, unzufrieden mit dem Leben in Deutschland gewesen zu sein.

In den USA leben die meisten Auswanderer aus Deutschland. Würden sie alle in eine Stadt ziehen, hätte diese mit einer Einwohnerzahl von 627.000 eine stattliche Größe. Auch in Großbritannien und Frankreich leben jeweils über 300.000 Deutsche.

Oliver de Weert/Carla Baum

Die Infografik zum Thema finden Sie in der aktuellen Ausgabe des ARTE Magazins.

Der Traum von der neuen Welt

55 Millionen Europäer verließen zwischen 1840 und 1939 ihre Heimat und wagten den Aufbruch und die Reise in die „Neue Welt“. Existenzielle Not trieb die meisten, viele aber auch Neugier, Wagemut und Lebensgier. Alle diese Männer, Frauen und Kinder leisteten auf ihre persönliche Weise einen Beitrag zum ungeheuren Aufschwung der Vereinigten Staaten von Amerika – auf lange Sicht. Zu Wort kommen die Auswanderer selbst, die in Briefen, Tagebüchern und Memoiren ihre Motive und Erlebnisse hinterlassen haben. Die Folge „Der Aufbruch“ beschreibt die Ursachen der großen Auswanderung ebenso wie die Anziehungskraft der Neuen Welt für die Emigranten.

Dokureihe, ab Samstag, 3. Juni, 20.15 Uhr

Kategorien: Juni 2017