Israel, Jerusalem, Nahostkonflikt, Netanjahu, Palästina

DIE AL-ZEERS HABEN KEIN ZUHAUSE MEHR

Khaled al-Zeers Haus in Ostjerusalem wurde zerstört. Innenansichten des Nahostkonkflikts aus der Perspektive einer palästinensischen Familie.

Khaled al-Zeer sitzt mit seinen Kindern vor der Kulisse des Jerusalemer Tempelbergs © Mustafa Alkharouf

Khaled al-Zeer ist 42 und lebt bei seinen Eltern in Ostjerusalem. Mit seiner Frau, seinen fünf Töchtern und seinem Sohn. Er hatte mal ein Haus in der Nähe, doch das wurde von israelischen Sicherheitskräften zerstört. Notgedrungen zog die Familie in eine Höhle – bis auch die unbewohnbar gemacht wurde.

Al-Zeer sieht sich als Opfer der Siedlungspolitik Israels. Unter Regierungschef Benjamin Netanjahu werden israelische Siedlungen in Ostjerusalem und im Westjordanland aufrecht erhalten und neue gebaut. Die Zerstörung der Häuser in Ostjerusalem begründen die Israelis jedoch damit, dass viele Palästinenser keine Miete für die gepachteten Wohnflächen zahlen und keine Baugenehmigungen haben. Die zu bekommen, ist für Palästinenser schwierig – dennoch hofft Khaled al-Zeer, seiner Familie bald wieder ein Dach über dem Kopf bauen zu können.

Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit die israelische Armee im Sechstagekrieg das Westjordanland, Ostjerusalem, den Gaza­streifen und die Sinai-Halbinsel besetzte. Für junge Israelis und Palästinenser ist der Krisen­zustand seitdem längst zum Alltag geworden, ein Leben in Frieden haben sie nie kennengelernt.

Alltag der Familie al-Zeer

@ Mustafa Alkharouf


Gebetsstunde:
Vater Khaled al-Zeer verneigt sich nach Mekka. Hussein, der einjährige und einzige Sohn, schaut seinen älteren Schwestern Rasha, Nada, Aya, Nagham und Hala (v. l.) bei den Schularbeiten zu. Das Alltagsleben der Familie spielt sich im Haus der Großeltern ab, seit sie kein eigenes Heim mehr hat.

 

@ Mustafa Alkharouf

Schulweg: Aya, Rasha, Nagham und Hala (v. l.), vier Töchter der Familie al-Zeer, unterwegs im Viertel Silwan, das zu Ostjerusalem gehört.

 

@ Mustafa Alkharouf

Erinnerungsort: Khaled al-Zeer und seine Kinder auf dem Stück Land, auf dem ihr Wohnhaus stand – bis es von israelischen Sicherheitskräften abgerissen wurde.

 

@ Mustafa Alkharouf

Auslauf: Die vierjährige Nada begleitet Vater Khaled auf dem Weg mit den zwei Lämmern der Familie durch die Straßen von Silwan.

ARTE Thema: Israel – Palästina: Leben im Ausnahmezustand

Wie verhärtet die Fronten zwischen Israelis und Palästinensern auch 50 Jahre nach dem Sechstagekrieg noch sind, zeigt ARTE anhand der Schicksale von Menschen aus Ostjerusalem. Dort wird um jeden Quadratmeter Land erbittert gekämpft.

Das andere Jerusalem

Gesellschaftsdoku

Juni 2017 – vor 50 Jahren tobte der Sechstagekrieg, in dem Ostjerusalem von den Israelis erobert wurde. Seitdem wurden massiv palästinensische Grundstücke enteignet und Häuser abgerissen. Der Palästinenser Khaled ist beispielsweise von Zwangsräumung betroffen. Verzweifelte Mandanten wie ihn vertritt Anwalt Ziad Al-Hamouri. „Das andere Jerusalem“ dokumentiert den erbitterten Kampf um Ostjerusalem, 50 Jahre nach der Besatzung durch die Israelis.

Dienstag, 23. Mai, 23.00 Uhr

Noch bis 22. Juni 2017 in der Mediathek verfügbar

Kategorien: Mai 2017