Dokumenation, Fakten, Katzen, Miezen

MYTHOS MIEZE

Sie sind unsere beliebtesten Haustiere, bevölkern das Internet und erben mitunter Millionen. Die Welt der Katzen steckt voller kurioser Fakten und beachtlicher Rekorde.

© Kat Menschik

Haustier Nummer 1

12,9 Millionen Katzen leben in Deutschland – das Haustier Nummer eins. Zum Vergleich: Hunde gibt es bei uns nur 7,9 Millionen. Auf 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 143,6 Katzen. Europaweit ist das ein Mittelwert: Die größten Katzenfans sind die Letten (243,8), gefolgt von Niederländern (216,1) und Franzosen (199,1).

Lieb und Teuer

1,6 Milliarden Euro gaben die Deutschen zuletzt im Jahr für Katzenfutter aus, die mit Abstand größte Summe im Heimtiermarkt. Seit 2006 ist der Betrag um 40 Prozent gestiegen. Dazu kommen 269 Millionen Euro für Katzenstreu und 185 Millionen Euro für Zubehör.

Tierisch erfolgreich

Zwei Millionen Katzenvideos finden sich geschätzt auf YouTube. Mit manchen wird gut verdient: Rund 100 Millionen Dollar soll Internet-Ikone Grumpy Cat, die eigentlich Tardar Sauce heißt, ihrer Besitzerin eingebracht haben. Das grimmig wirkende Tier steht in einer langen Reihe von Katzen-Celebrities wie Garfield, Disneys Aristocats, Kater Carlo, Sylvester, Tom und Catwoman.

Verehrt und Verfolgt

Heilige Katzen hielten sich reiche Ägypter vor 4.000 Jahren im Haus. Sie verkörperten die Katzengöttin Bastet, Tochter des Sonnengottes Re, die für Fruchtbarkeit und Schutz vor dem Bösen stand. Im europäischen Mittelalter galten Katzen hingegen als lasterhafte und unheimliche Nachttiere. Im Zuge der Hexenverfolgung wurden sie getötet. Ratten vermehrten sich, was wiederum die Pest begünstigte.

Langzeitbeziehung

12.000 Jahre Domestizierung: Mit der nordafrikanischen Falbkatze, Urahnin aller Hauskatzen, begann die enge Bindung von Katze und Mensch im Fruchtbaren Halbmond zwischen der Türkei, dem Iran und dem Irak.

Geldanlage

26.000 Dollar kostet die teuerste Katze, eine Ashera GD. Hinter der sogenannten Designerrasse steht eine Firma in den USA – und die Idee einer für Allergiker geeigneten Katze.

Klassenbewusst

40 Katzenrassen gibt es, andere Zählungen gehen von bis zu 80 aus. Allein in Europa legen fünf Verbände unterschiedliche Rassestandards fest. Am verbreitetsten ist die Europäisch Kurzhaar, die „gewöhnliche“ Hauskatze, die erst seit 1982 als Rasse anerkannt ist.

Gute Partie

Sieben Millionen Pfund vererbte 1988 ein britischer Antiquitätenhändler seinem Kater Blackie, der so als reichste Katze ins Guinness-Buch der Rekorde kam.

Duftmarke

Karl Lagerfeld bietet seinem Kätzchen Choupette Luxus pur: Speisen auf silbernen Tellern, Spielzeug aus Nerzfell. Als „Shupette“ stand sie zudem Pate für eine Kosmetik-Kollektion. Das weiße Kätzchen ziert Parfüms und Cremes.

Katzengreis

38 Jahre lebte Katze Creme Puff aus Texas – Rekord! Hauskatzen erreichen in menschlicher Obhut normalerweise 15 bis 20 Jahre. Wild lebende Katzen werden kaum älter als drei bis vier Jahre.

Lauschangriff

79.000 Hertz sind die höchsten Tonfrequenzen, die Katzen hören können. Menschen schaffen maximal 20.000 Hertz. Weil Katzen ihre Ohren mithilfe von 32 Muskeln um bis zu 180 Grad drehen können, sind sie in der Lage, selbst leiseste Geräusche perfekt zu lokalisieren.

Schwergewicht

Zehn Kilo kann die schwerste Rassekatze, die Maine Coon, wiegen. Auf bis zu neun Kilo kommen Norwegische Waldkatzen. Die Singapura bringt höchstens drei Kilo auf die Waage.

Wilde Miezen: Katzen allein unterwegs

Wissenschaftsdoku

Hauskatzen auf der Spur: Was wir nicht alles über unsere Stubentiger wissen! Des Nachts aber gehen sie ihrer ganz eigenen Wege. Für die ARTE Doku wurden Katzen mit GPS-Sendern und speziellen Kameras ausgestattet. Das ermöglicht bisher unbekannte Einblicke in ihre Welt und ihr Verhalten.

Samstag, 27. Mai, 21.45 Uhr

Quellen: Statista, Industrieverband Heimtierbedarf, Tierblog.de,
Wikipedia, Welt-der-Katzen.de, Einfachtierisch.de
WissenschaftText: Oliver de Weert Illustration: Kat Menschik

Kategorien: Mai 2017