25 jahre, Arte, DEUTSCHLAND, FRANKREICH, JUBILÄUM

JOYEUX ANNIVERSAIRE: ARTE WIRD 25!

ARTE wird 25 Jahre alt! Zum Jubiläum haben wir Insider-Fakten sowie ein paar nette und peinliche Anekdoten aus der Anfangszeit gesammelt.

© ARTE Magazin

Die Anfangszeit

Helmut Kohl sagte einmal zu Francois Mitterand: „Francois, wenn Sie nicht aufhören, mich zu ärgern, dann zwinge ich Sie, ein Wochenende lang ARTE zu schauen.“ Der Scherz war selbstironisch: Die beiden Männer hatten die Idee für den bilateral ausgerichteten Kulturkanal selbst Ende der 1980er Jahre gemeinsam entwickelt.

Die Idee für ARTE hat am Anfang nicht nur für Freude gesorgt, erinnern sich Veteranen des Hauses. In Deutschland habe man sich bei ARD und ZDF (aus denen sich ARTE Deutschland speist) gefragt, weshalb man seine Rundfunkgebühren nun mit diesem „Zwerg“ teilen müsse; in Frankreich habe man, mit Deutschland noch nicht ganz versöhnt, entsetzt ausgerufen: „Wir müssen jetzt deutsches Fernsehen schauen? Quelle horreur!“ Man sah ARTE als ein „Kind der Politik“, einen unnützen Geldschlucker mit wenig Überlebenschancen.

Der allererste ARTE-Abend war ein kleines Desaster, erinnert sich Emmanuel Suard, Mitglied des Vorstands von ARTE GEIE: „Wir hatten einen deutschen und einen französischen Komiker für unsere Liveübertragung aus Straßburg eingeladen, nur mussten wir lernen, dass Humor ein Gebiet ist, das sehr schwer zu übertragen ist. Die Franzosen fanden den Deutschen kein bisschen lustig und vice versa.“

Deutsch-französische Kuriositäten

Liebhaber des europäischen Autorenkinos: 70% der Filme, die auf ARTE laufen, sind europäische Produktionen.

In Beliebtheitsumfragen liegt der „europäische Kulturkanal“ seit Jahren weit vorne, oft an der Spitze, worüber man in Straßburg allerdings herzlich lacht: „Wenn alle Menschen, die behaupten ARTE zu lieben tatsächlich auch ARTE schauen würden, dann würden unsere Quoten anders aussehen.“ Nach holprigen Anfängen halten sich die Zahlen relativ konstant auf um die 2,5% Marktanteil in Frankreich und um die 1% Marktanteil in Deutschland, wobei die Abweichung zwischen den Ländern vor allem auf die unterschiedliche Medienlandschaft in der Gründungsphase zurückzuführen ist: Während Deutschland bereits reich mit öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Kabelfernsehen versorgt war, sah man in Frankreich gerade mal sechs Sender per Antenne.

Bei den Nachrichten gibt es Unterschiede in der französischen und der deutschen Version von ARTE: Wo Frankreich zum Beispiel eher nach Nordafrika blickt, weil es eine historisch starke Verbindung gibt, schaut man in Deutschland eher Richtung Polen“, erklärt Marco Nassivera, Chefredakteur der News-Abteilung.

Bei ARTE darf und durfte man schon immer Dinge austesten. Und im Zweifel auch damit scheitern. So vertraute man anfangs vielleicht noch mehr als heute auf die Experimentierlust der Zuschauer und strahlte etwa ein- und halbstündig nur die Farbe Blau mit Ton unterlegt aus (Derek Jarman’s „Blue“, 1993).

ARTE goes Internet

Kleiner Blick in die Vergangenheit – so sah die Startpage von arte-tv.com im Jahr 2000 aus. Sehr… minimalistisch, oder?

ARTE Homepage im Jahr 2000

Und so die des ARTE Magazins:

Startseite des ARTE Magazins im Jahr 2000

Aber wer weiß, wie antiquiert unsere heutige Website zum 50. Jubiläum im Jahr 2032 aussehen wird. Ob es dann überhaupt noch Websites gibt?

Annabelle Hirsch, Carla Baum

25 Jahre ARTE

25 Jahre ARTE: Am 30. Mai 1992 ging der europäische Kultursender auf Sendung. Zu seinem Geburtstag hat ARTE die Sendewoche vom 27. Mai bis 2. Juni 2017 mit hochwertigen Neuproduktionen und emblematischen Sendungen bestückt, nach dem Motto „Typisch ARTE“. Online wird eine Jubiläumsplaylist mit Highlights aus einem Vierteljahrhundert ARTE zur Verfügung stehen: arte.tv/25jahre

Kategorien: Mai 2017