DEUTSCHLAND, Schulden, Studenten, Studieren, Studium, Unis

SO TEUER KANN STUDIEREN SEIN

Die Zeit des Studiums – für viele die schönste und freiste Zeit im Leben. Doch Studieren ist teuer. Nicht nur für die Studenten, sondern auch für die Unis. Wir haben Zahlen und Fakten gesammelt.

Nicht wenige Studenten sitzen nach ihrem Studium auf einem Schuldenberg @Getty Images

Fast die Hälfte für die Miete: Studenten geben das meiste Geld für ihre Unterkunft aus – durchschnittlich ein Drittel des Geldes, das sie monatlich zur Verfügung haben. Die höchste Last liegt auf Studenten in Frankreich, Finnland und Schweden, wo mindestens 40% für die Miete ausgegeben werden. In Tschechien, Armenien, Malta und Rumänien geben die Studenten dagegen nur um die 20 % ihres monatlichen Geldes für die Miete aus.

Teure Privatsphäre: In der Schweiz zahlt ein Student, der alleine wohnt, durchschnittlich 721 Euro Miete im Monat. Das kleine Land ist damit der teure Spitzenreiter. Auch in Norwegen und Schweden ist das Wohnen für Studenten teuer. Deutsche Studenten, die alleine wohnen, kommen da vergleichsweise gut weg: mit 363 Euro Miete pro Monat.

Vom Hörsaal zur Kasse: Studiengebühren verschlingen durchschnittlich 9 % der Ausgaben von Studenten. In Irland, den Niederlanden, Lettland und Armenien gehen sogar zwischen 15 und 24 % der Ausgaben von Studenten für die Studiengebühren drauf. In Schweden, Österreich und Tschechien etwa liegt dieser Wert bei höchstens 5%.

Bei Mama ist’s am schönsten: 78 Prozent der unter 25-jährigen Italiener wohnen noch zu Hause – wahrscheinlich nicht nur, weil das Essen bei „Mamma“ besser schmeckt, sondern weil das Geld für eine eigene Wohnung fehlt. In Deutschland sind es bei den 22-25-Jährigen nur noch 25 Prozent. Auch in der Schweiz wohnt über die Hälfte mit 25 noch zu Hause.

Auslandserfahrung erwünscht: Ein Jahr im Ausland leben und lernen – das ist der Traum vieler Studenten. Doch das kann einiges kosten: Am teuersten ist das Auslandsjahr für Studenten in Australien. Es kostet dort durchchnittlich 28.600 Euro, hinzu kommen 13.000 Dollar für den Lebensunterhalt. Australien ist dicht gefolgt von den USA, dort gehen allein 25.200 Dollar für das Studium drauf und weitere 10.500 für Miete und Co.

Wie günstig: Deutschland dagegen ist für Gaststudenten sehr viel billiger: Die müssen hier durschnittlich für ein Jahr Studium etwa 470 Euro zahlen. Für Miete und Lebensunterhaltkosten kommen 4200 Euro dazu.

Jung, gebildet, verschuldet: Nicht wenige Studenten sitzen nach ihrem Studium auf einem Schuldenberg. In England etwa verschulden sich etwa 90 % während des Studiums. Die durchschnittliche Schuldenlast liegt bei fast 30.000 US-Dollar. Der Start ins Jobleben ist für viele Engländer deshalb nicht selten mit Jahren des Kreditabzahlens verbunden.

Carla Baum

Quellen: Bildung auf einen Blick 2015, OECD Indikatoren. , Eurostudent V 2012-2015

Studium – Zukunft auf Pump?

Gesellschaftsdoku

Überall auf der Welt wird Bildung zur Ware. Junge Menschen müssen investieren, um daran teilzuhaben. Sie zahlen einen hohen Preis und stürzen sich nicht selten in Schulden. In Shanghai, New York, Paris und Berlin steigen Universitäten in den globalen Wettbewerb ein und werden zu Großunternehmen. Doch zu welchem Preis? Und wer verdient daran? Der Dokumentarfilm hinterfragt diese Entwicklungen und forscht nach, was diese Veränderungen für Forschung, Lehre und die Studierenden selbst bedeuten.

Dienstag, 16 Mai, 20.15 Uhr

Kategorien: Mai 2017