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Geschichten aus 1001 Türkei

ARTE © Vincent TV/Lydia Mutschmann

ARTE © Vincent TV/Lydia Mutschmann

Sie wollen Traditionen bewahren und mit der Zeit gehen, Orient und Okzident vereinen: In der Dokureihe „Abenteuer Türkei“ zeigen Menschen, wie das möglich ist – eine Entdeckungsreise mit
einem Kaleidoskop an Geschichten.

 

16.000 Kilometer reiste das Team von „Abenteuer Türkei“ durch das Land – vom Mittel-meer zum Schwarzen Meer, von der Ägäis bis an den Berg Ararat. Das Ziel: ein Bild der Türkei von heute zu zeichnen, Traditionen aufzustöbern und Menschen vorzustellen, die ihre Heimat jeden Tag aufs Neue gestalten. Beispielsweise die Designerin -Ays¸en Özen aus Istanbul; sie entwirft Mode für Frauen, die „halal“ – mit dem islamischen Glauben vereinbar – ist; oder der Holzschuhmacher Cemil -Tolga aus Tire, der sein Handwerk mit zehn Jahren vom Vater lernte, es aber an niemanden weitergeben kann; oder auch Fatma und Ahmet Aydın aus I˙skenderli, die von griechischen Bauern und Händlern abstammen und ihre Liebe zum traditionellen Volkstanz Horon mit der jungen Generation teilen.

„Abenteuer Türkei“ zeigt Handwerkskunst, Kulturschätze, Bräuche, Landschaften und Lebensart in einem Land im Aufbruch – ein Land, in dem die Menschen an ihren Traditionen festhalten, aber sie mit Einfallsreichtum in die Zukunft tragen möchten.

 

Die Kuh im Wasser: Der Bosporus teilt Istanbul in eine europäische und eine asiatische Seite. Einer Sage nach floh einst Io, eine Geliebte des Zeus, in Gestalt einer Kuh vor der eifersüchtigen Hera. Auf ihrer Flucht -durchschwamm sie die Meerenge und gab ihr so
ihren Namen: Bosporus – Rinderfurt

 

Der Zeit voraus: In Istanbul pulsiert das urbane Leben. Sprayer „Turbo“ war der Erste, der seine Kunst in den 1980er Jahren auf die Wände der Metropole bannte (oben). Designerin Ayşen Özen (links) kreiert Mode für junge Muslimas. Vor der Bosporus-Brücke
setzt sie ihre Entwürfe in Szene

 

Der Letzte seiner Zunft: Seit 72 Jahren fertigt der Holzschuhmacher Cemil Tolga die reich verzierten Tire-Pantoffeln, die Bräute beim traditionellen Hamam-Besuch tragen. Mit ihm wird das Handwerk in der kleinen Stadt Tire in der Provinz Izmir aussterben.

 

Wo einst Feen hausten: Aus Lava, Asche und Staub entstand im -heutigen Kappadokien weicher Tuffstein, den Wind und Wetter zu einer der eindrucks-vollsten Landschaften Zentralanatoliens formten. In den so entstandenen Türmen wohnten der Legende nach Feen, -daher auch ihr Name: Feenkamine.

 

Ein Tanz als Gebet: Die Derwische des Mevlana-Ordens im zentralanatolischen Konya drehen sich so lange um die eigene Achse, bis sie in ihrer Trance Gott nahe kommen. „Dort, wo wir eintauchen, gibt es keinen Körper und keinen Verstand mehr“, beschreibt ein Ordens-bruder die spirituelle Semâ-Zeremonie.

 

Im Takt der Griechen: Die Pontosgriechen, deren Vorfahren schon in der Antike am Schwarzen Meer siedelten, lieben ihren Volkstanz, den Horon. Mit dem Instrument Kemençe gibt ein Spieler den Rhythmus vor und hält die Tänzer zusammen. Was leicht aussieht, -erfordert einiges an Kraft und Koordination.

 

Kleine Wellenbrecher: Fast jedes Fischerboot an der türkischen Schwarzmeerküste ist aus Holz gebaut. Die Holzboote sind meist etwas breiter als jene am Mittelmeer. So liegen sie selbst bei schlechtem Wetter sicher auf dem Wasser.

 

Kopflose Götter: Fünf Götterstatuen thronten einst auf dem Gipfel des Nemrut Dağı im Südosten der Türkei. Sie waren Teil des Hügelgrabs, das König Antiochos I. zu -seinen Ehren errichten ließ. Vermutlich durch ein Erdbeben fielen die Köpfe eines Tages von den Torsi.

 

Ein Bett für die Toten: Früher dienten Ayse Narins von Hand geflochtenen Schilfmatten als Kälteschutz unter den dünnen Kilim-Teppichen, heute werden die Toten darin eingewickelt. Pro Matte erhält die 75-Jährige aus Tire fünf Euro vom örtlichen Krankenhaus.

 

Sinnlicher Sport: Das Ölringen hat in der Türkei eine 650-jährige Geschichte. Antalya gilt als eines der größten Ölringer-Zentren des Landes. Vor dem Kampf reiben sich die Sportler von Kopf bis Fuß mit Olivenöl ein. Die Kalbslederhose, die sie traditionell tragen, wiegt nach der Öltinktur bis zu zwölf Kilogramm.

 

ARTE Dokureihe

Abenteuer Türkei

von Montag · 1.6. bis Freitag · 5.6. · 19.30

(1) Die Mittelmeerküste

(2) Kappadokien und Südostanatolien

(3) Ostanatolien

(4) Die Schwarzmeerküste

(5) Istanbul

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Kategorien: Juni 2015