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ZU TISCH IN … DEN DOLOMITEN

Matthias Pfister

Matthias Pfister

 

DAS REZEPT

 

Kasknödl
(für 2 Personen)

 

100 g trockenes Brot, 100 g geriebener Bergkäse, 1 kleine
Zwiebel, etwas Olivenöl, 2 Eier, 2 EL Wasser, 1 Bund geschnittener Schnittlauch, Salz und Pfeffer, Butter, Parmesan

 

Brot zerkleinern, mit Bergkäse vermengen. Zwiebel kleinschneiden und in Öl glasig dünsten, darunter geben. Eier mit Wasser und Schnittlauch verquirlen und dazugeben. Mit den Händen kneten und 15 Minuten ruhen lassen. Mit nassen Händen Knödel formen, in kochendes Salzwasser geben und 10 Minuten köcheln lassen. Die Knödel mit Butterflocken und Parmesan bestreuen. Bun pró!

 

 

ZU TISCH

 

Von Tiramisu bis Speckknödel: Der Tisch in den Dolomiten ist reich gedeckt, geprägt von italienischer und südtirolischer Tradition. Je nach Jahreszeit werden Spargel, Pilze, Kürbis oder Kas-tanien zu geräucherten Würsten oder Selchfleisch verzehrt, dazu gibt es Knödel in jeglichen Variationen. Die Jahreszeiten spiegeln sich auch in den Spezialitätentagen der Region wider: So lädt man im Winter in Gsies zum „Knödelmarathon“ ein, im Spätsommer (bis zum 11.9.) zu den „Strudelwochen“ auf der Seiser Alm – der größten Hochalm Europas. Der Brauch, an einem Herbsttag in geselliger Runde zu essen, heißt „Törggelen“.

 

DIE REGION

Die imposanten Felsmassive der Dolomiten waren für die Pioniere des Alpinismus im 19. Jahrhundert die wohl größte Herausforderung in den Gebirgen Europas. Heute sind die oft über 3.000 Meter liegenden Klettersteige in den südlichen Kalkalpen Traumziel für Bergsteiger. Die Dolomiten, die zu den italienischen Provinzen Südtirol, Trentino und Belluno sowie zu einem kleinen Teil zu Österreich gehören, sind nach dem französischen Geologen Déodat Gratet de Dolomieu (1750–1801) benannt. Dieser ließ einen weißen Stein der Region untersuchen, welcher sich von den anderen Kalksteinen unterschied: Fortan trug das Kalzium-Magnesium-Karbonat den Namen „Dolomit“. Aufgrund der Einzigartigkeit der „Bleichen Berge“ wurden Teile der Dolomiten im Jahr 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt, darunter der Naturpark Sextner Dolomiten mit den berühmten „Drei Zinnen“ in Südtirol.

 

TYPISCH DOLOMITEN

Typisch, allerdings weitestgehend unbekannt, ist die ladinische Sprache, die in den Tälern Gröden, Fassa, Ampezzo, Buchenstein und Gadertal (Val Badia) von rund 30.000 Einwohnern gesprochen wird. Die aus dem Rätischen und La-teinischen stammende Sprache wird neben Italienisch und Deutsch gesprochen. Vor allem das Gadertal, das Herz der ladinischen Kultur, ist bekannt für traditionelle Feste mit typisch ladinischen Trachten.
Den Bogen von der Tradition zur Moderne schlägt die südtirolische Band Ganes: Die drei jungen Frauen, die modernen jazzigen Popsound mit ladinischer Sprache verbinden, veröffentlichen am 31.8. ihr neues Album „parores & neores“ (Blankomusik, 2012), zu Deutsch „Worte und Wolken“.

 

Kategorien: September 2012