SPIEL MIT DER KUNST

Caviar

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Plötzlich regnet es bei einer Vernissage in Kopenhagen 200-Euro-Scheine – eine wahre Hysterie unter den Besuchern bricht aus. Hinter dieser Inszenierung steckt Arturo, ein renommierter Street-art-Künstler, der seine wahre Identität erfolgreich geheimhält. Seit Jahren schon sorgt er mit Projekten, die als „The Spiral“ bekannt sind, gegen die etablierte Kunstszene für Aufsehen. Rose und Juha, das Ermittlerduo der neu eingerichteten „Art Division“ von Europol, sind auf der Jagd nach ihm. Hinweise darauf, wer hinter „The Spiral“ steckt, haben sie nicht.

 

Das ist der Ausgangspunkt der fünfteiligen skandinavischen Krimiserie „The Spiral“ um den Künstler Arturo. Dieser besitzt ein ehemaliges Lagerhaus in Kopenhagen, das er zu einer Künstlerkommune umfunktioniert hat. Mit seinen ausgefallenen Kunstaktionen will er gegen die zunehmende Kommerzialisierung von Kunst ankämpfen, gegen explodierende Kunstpreise und dagegen, dass Werke als Ware verkommen. Ebendieses Schicksal ereilt auch den Falschgeld-Regen, den Arturo zuvor inszeniert hatte: Die täuschend echten 200-Euro-Scheine werden wenig später als Kunstwerke für je 400 Euro auf dem Kunstmarkt gehandelt. Arturos Plan ist damit gescheitert, mehr noch ist er wider Willen Teil des Establishments geworden. Als Gegenangriff plant er nun eine einzigartige Kunstaktion, die alle bisherigen in den Schatten stellen und auf keine Weise käuflich sein soll: Sechs Werke, darunter Arbeiten von Pablo Picasso, Edvard Munch und Peter Paul Rubens, will er von sechs Künstlern aus sechs Museen in sechs Ländern zeitgleich stehlen lassen. Und damit nicht genug: Arturo ruft nun die fiktive Öffentlichkeit in der Serie dazu auf, nach den gestohlenen Werken zu suchen. Somit soll das Projekt zu einem gigantischen Kunstwerk werden, an dem jeder teilnehmen kann und das für kein Geld der Welt zu kaufen ist.

 

Die interaktive Suche beginnt. Ab hier verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität, beginnt der crossmediale Teil der Serie: Sobald die Werke von Arturos Künstlergruppe gestohlen werden, verschwinden sie auch in der Realität aus den sechs Museen: in Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Belgien und den Niederlanden. Ab jetzt können Sie als Zuschauer begleitend zur Serie online nach den Gemälden suchen. Auf der Internetseite www.thespiral.eu und mit dem sozialen Netzwerk Facebook findet die Öl-auf-Leinwand-Jagd statt: Überall, in der Fiktion und in der Realität, gilt dieselbe Frage: Wo sind die Werke versteckt? Und wer wird sie als Erster finden?

Die Seite www.thespiral.eu ist Dreh- und Angelpunkt des Projekts. Hier finden zahlreiche Kunstspiele statt, an denen jeder teilnehmen kann. Die gestellten Aufgaben fordern die Kreativität eines jeden Einzelnen und bringen Punkte ein, die wiederum für die Suche nach den Kunstwerken notwendig sind. So wird die Kunstjagd mit Kreativität verbunden, das Ziel Arturos umgesetzt: Entdecke den Künstler in dir und werde Teil dieses einzigartigen Projekts – einem Spiel mit der Kunst, das in jeder Hinsicht Grenzen überschreitet.

 

Krönender Abschluss in Brüssel. An der interaktiven Krimiserie beteiligen sich sieben europäische Rundfunkanstalten. Neben ARTE sind Sender aus Belgien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Norwegen und Schweden dabei. Sie senden die Serie simultan, damit die Suche nach den versteckten Werken zur selben Zeit beginnen kann und alle Europäer dieselben Chancen haben. „Wir haben uns bewusst für eine Mischung aus Kunst und Krimi entschieden. Kunst ist in Europa ein vereinendes Element und Krimis sind länderübergreifend erfolgreich“, sagt der Produzent Peter De Maegd. Doch was ist das Ziel der Serie? „Der Zuschauer soll sich fragen, was ihn glücklich macht. Wir wollen zeigen, dass menschliche Werte wie Freundschaft, Vertrauen und Liebe wichtiger sind als Geld“, betont De Maegd. Diese Werte werden in der Serie von den Künstlern verkörpert, die Hand in Hand arbeiten, damit dieses kreative Projekt gelingen kann.

Noch bis zum 28. September können die Kunstwerke gesucht werden. An diesem Tag findet der krönende Abschluss im Europäischen Parlament in Brüssel statt, wo die Werke den Museen übergeben werden. Eine Serie, ein Kunstwerk – „The Spiral“ lässt den Zuschauer aktiv am Projekt teilnehmen, seine Kreativität entdecken und in einen Dialog mit der Serie treten. Peter De Maegd wagt einen Blick in die Zukunft des Fernsehens: „Ich bin davon überzeugt, dass crossmediale Formate künftig die klassischen TV-Geschichten ablösen werden.“

 

PATRICIA CZARKOWSKI & KAROLINE NUCKEL FÜR DAS ARTE MAGAZIN

 

ARTE plus

Das Online-Spiel

www.thespiraltheseries.com: Die Website informiert allgemein über das Projekt „The Spiral“

www.thespiral.eu: Hier ist der Dreh- und Angelpunkt für die Online-Suche. Jeder User kann ein Profil erstellen und die gestohlenen Kunstwerke suchen. Es gibt verschiedene Levels, die die Kreativität der Teilnehmer auf unterschiedliche Weise fordern. Durch die so gesammelten Punkte erhält man Hinweise, die zu den Standorten der Gemälde führen

www.arte.tv/thespiral: Der Künstler Jean-Baptiste Dumont informiert in seinem Blog über die aktuellen Geschehnisse der Kunstaktion

www.facebook.de/thespiral.eu: Hier finden Sie die Plattform für die Künstler um Arturo, die fiktive Profile haben

Kategorien: September 2012