ZU TISCH IM … FINISTERE

Jan Schmiedt

Jan Schmiedt

 

 

DAS REZEPT

 

Le Far Breton
Bretonischer Kuchen mit Backpflaumen

 

100 g entsteinte Backpflaumen, 50 ml Rum, 80 g Zucker, 1 Prise Salz, 4 große Eier, 1 l Milch, 250 g Mehl, 10 g Butterflöckchen, Butter zum Einfetten der Auflaufform

 

Backpflaumen kurz in Rum erhitzen, anschließend 1–2 Stunden ziehen lassen. Zucker, Salz und Eier glatt rühren, dann die lauwarme Milch zugeben (nach Belieben den übrigen Rum). Zum Schluss Mehl unterheben. Teig in die eingefettete Auflaufform (circa 20 x 25 cm) geben, Backpflaumen und Butterflöckchen darauf verteilen und bei 180 °C circa 60 Minuten goldbraun backen. Bon appétit!

 

 

 

ZU TISCH 

 

Jeder kennt ihn – den verführerischen Duft frischgebackener Crêpes. Besonders gut sind die knusprigen Crêpes dentelles aus Quimper. Oder der Kouign amann, ein typisch bretonischer Butterkuchen mit viel Zucker. Die bretonische Küche bietet aber auch viel Herzhaftes. Wie die gefüllten Galettes, das salzige, aus Buchweizenmehl gebackene Pendant zur Crêpe. Aus Léon stammt der Kig ha farz, der traditionelle Festtagseintopf der Bretagne. Dazu lässt man Rindfleisch, Gemüse und in Baumwollsäckchen gefüllten Knödelteig mehrere Stunden in einem Sud garen. Die Gäste kommen meist schon vorher – gekocht wird gemeinsam!

 

 

DIE REGION

 

Penn ar Bed heißt das westlichste Departement der Bretagne in der Landessprache. Das französische Finistère stammt vom lateinischen „finis terrae“– beide Begriffe bezeichnen „das Ende der Welt“. Schroffe, von Wind und Meer geformte Felsformationen prägen die rund 1.000 Kilometer lange Küste. Weit ins Meer ragende Landzungen wie die Pointe du Raz (Foto) inspirierten schon Schriftsteller wie Victor Hugo. Die zahlreichen kleinen Inseln mit ihren zerklüfteten Felsküsten sind Nistplätze für viele Seevögel – so auch die Ile d’Ouessant. Seit 1969 zählt das Archipel zum Naturpark Armorique. Im Landesinneren des Finistère zeugen unzählige Menhire (Hinkelsteine) von vergangenen Zeiten. Auch einige prachtvolle Burgen sind erhalten: So blieb das Château de Brest von den Kriegsbomben verschont. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick über den strategisch so wichtigen Hafen.

 

TYPISCH FINISTERE

 

An Dro, Hanter Dro und Dañs Plin waren fast schon in Vergessenheit geraten – heute sind die traditionellen Reigentänze auf den fest noz (Foto) mit Vokal- und Instrumentalmusik wieder fester Bestandteil der Landeskultur. Das bretonische Wort fest bedeutet „gesellige Zusammenkunft mit Spiel und Tanz“, noz steht für „Nacht“. Ursprünglich ein klassisches Volksfest, fand es mitunter nach gemeinsam getaner Arbeit statt. Durch die Weltkriege und den
Bedeutungsverlust der Dorfgemeinschaften geriet das Fest in Vergessenheit. Erst in den 1950er Jahren erwachte es als Fest Noz zu neuem Leben. Die bretonische Sängerin Nolwenn Leroy hat sich von den typischen Klängen inspirieren lassen: in ihrem neuen Album „Bretonne“ (Mercury, 2012).

Kategorien: April 2012