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ZU TISCH IN … BASEL

Gerd Müller

Gerd Müller

DAS REZEPT

 

Die Fastnachtsspezialität
Basler Mehlsuppe
(für 4 Personen)

 

60 g Mehl, 20 g Butter, je 1 fein gehackte Schalotte und Knoblauchzehe, 0,1 l Rotwein, 1 l Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer aus der Mühle, 1 Kalbsfuß oder Kalbsknochen, geriebener Käse

 

Butter in einem Topf erhitzen, darin das Mehl goldbraun rösten. Schalotte und Knoblauch zufügen, unter ständigem Rühren mit Rotwein ablöschen. Die Brühe nach und nach zugeben, zuletzt den Kalbsknochen. Mit Salz und Pfeffer würzen, etwa eine Stunde köcheln. Den Knochen entfernen und mit geriebenem Käse servieren.

 

 

 

ZU TISCH 

 

Schrille Masken, bunte Kostüme – auch kulinarisch hat die „Basler Fasnacht“ an den „drey scheenschte Dääg“ viel Tradition zu bieten. Neben der klassischen Mehlsuppe als althergebrachte Fastenspeise gibt es die Zwiebelwähe – einen herzhaften Blechkuchen mit Schmand, Eiern und Speck. Oder die Fastenwähe – ein Hefeteig mit Kümmel. Eine weitere Basler Spezialität, die nicht nur an Fastnacht beliebt ist, sind die Basler Leckerli: ein süßer Gewürzkuchen, der durch Zimt, Muskat und Honig seinen typischen Geschmack erhält. Nach dem Backen schneidet man kleine Rechtecke und bestreicht diese mit Zuckerguss.

 

DIE REGION

Das Rote Rathaus, das Müns-ter, der Tinguely-Brunnen – die Altstadt Basels gehört zu den schönsten Europas. Bauten aus dem 15. Jahrhundert und moderne Architektur stehen Seite an Seite. Kleinbasel besticht mit seiner Rheinpromenade, Großbasel lockt mit verwinkelten Gassen und lauschigen Plätzchen. Die drittgrößte Stadt der Schweiz liegt am so-genannten „Rheinknie“, wo der Strom seine Fließrichtung ändert. Basel und seine Region haben viele Museen zu bieten – wie die Fondation Beyeler in Riehen, wo derzeit die Werke des französischen Malers Pierre Bonnard ausgestellt werden. Auch wirtschaftlich profitiert Basel von seiner Lage: Am Dreiländereck zwischen Schweiz, Deutschland und Frankreich etablierte sich vor allem die Pharmaindustrie. Die Stadt ist zudem der größte Messeplatz des Landes: Dort finden die „MuBa“, eine Publikumsmesse, und die Art Basel, eine Kunstmesse, statt.

TYPISCH BASEL

Jedes Jahr, am Montag nach Aschermittwoch, beginnt um vier Uhr in der Frühe der „Morgestraich“, der Eröffnungsumzug der „Basler Fasnacht“. Sie fängt eine Woche später als in Deutschland an, dieses Jahr am 27. Februar. Der Umzug startet traditionell am Marktplatz vor dem Roten Rathaus. In der ganzen Stadt gehen die Lichter aus, bunte Laternen leuchten auf: Für die nächsten 72 Stunden steht Basel Kopf. Jeder Verein greift ein aktuelles Thema aus Politik und Gesellschaft auf: Im Vorjahr thronte Gaddafis Haupt in Übergröße auf einem Umzugswagen nebst der Frage „Wär dringgt nu Kaffi mit em Gaddafi?“. Mehr zur Tradition im Buch „Basler Fasnacht – vorwärts, marsch!“, mit CD und DVD, Merian Verlag.

Kategorien: Februar 2012