FRANKREICH IN 3D

Gedeon Programmes

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Am 19. Februar steht ARTE ganz im Zeichen der dritten Dimension und zeigt spektakuläre 3D-Produktionen. Der Dokumentarfilm „Frankreichs schönste Küsten“ wurde in 3D aus dem Hubschrauber heraus gedreht – eine besondere technische Herausforderung. Das ARTE Magazin sprach mit dem Regisseur über die Besonderheiten des 3D-Filmens und die Schönheit der französischen Küsten – über 5.000 Kilometer von Dunkerque im Pas-de-Calais bis Bonifacio am südlichsten Zipfel Korsikas.

 

ARTE: Warum haben Sie den Dokumentarfilm „Frankreichs schönste Küsten“ in 3D gedreht?
CHARLES-ANTOINE DE ROUVRE: Der Film soll ein echtes Erlebnis fürs Auge sein. Mit 3D ist das möglich. Aber selbst die Zuschauer, deren Fernseher nur für 2D ausgerüstet sind, werden sich nicht langweilen. Auch in 2D sind diese Küsten einfach wunderschön. Außerdem wollte ich zeigen, dass die Küsten gleichzeitig Geschichte und Geschichten eines Landes erzählen. Frankreich ist ein Land, das sich aus dem Wasser erhebt. Im Hafen von Le Havre in der Normandie beispielsweise sprechen unsere Bilder von der Globalisierung, vom Handel und von der Bedeutung des Schiffsverkehrs.
ARTE: Was hat 3D zu bieten, was 2D nicht hat?
CHARLES-ANTOINE DE ROUVRE: Es verstärkt den Eindruck des Spektakulären, denn plötzlich taucht man in die Orte ein und entdeckt sie neu. Ich war erstaunt, was durch die 3D-Aufnahmen des Mont Saint-Michel möglich wurde. Jeder kennt diesen Ort: den steil aufragenden Granitfelsen inmitten einer flachen Bucht. In der 3D-Darstellung bekommen diese Kontraste etwas geradezu Überwältigendes – ein echtes Naturschauspiel!
ARTE: Das war der erste Film, den Sie vollständig in 3D gedreht haben. Welche Herausforderungen bringt das mit sich?
CHARLES-ANTOINE DE ROUVRE: Für gewöhnlich arbeitet man ja mit den Parametern rechts, links, oben und unten. Mit 3D bewegt man sich nun in der Bildtiefe. Aber der echte Unterschied liegt beim Schnitt. Man schneidet Einstellungen, die doppelt so lang sind. Das liegt daran, dass das Auge bei dreidimensionalen Bildern länger braucht, weil es auch die Tiefe erkundet. Das klappt wunderbar mit unseren Hubschrauberaufnahmen. Wir haben mit dem Filmen in 3D aus dem Hubschrauber heraus völliges Neuland betreten und mussten uns alles selbst erarbeiten. Ein Hubschrauber als Drehset ist schon etwas Ungewöhnliches.
ARTE: Sind Sie dabei auch auf Probleme gestoßen?
CHARLES-ANTOINE DE ROUVRE: Das Wackeln des Hubschraubers und damit die Fixierung der Kamera – das war nicht einfach. Normalerweise sinddie Kameras mobil. Wir haben jedoch ein statisches System benutzt: Um zwischen mehreren Ansichten hin- und herschalten zu können, drehten wir mit vier statt mit zwei Kameras. Hinzu kam das ungeheure Gewicht der gesamten Apparatur von 300 Kilogramm, was uns dazu gezwungen hat, alle 45 Minuten wieder zu landen. Bei 6.000 Kilometern in 12 Tagen …
ARTE: Haben Sie Frankreich für sich neu entdecken können?
CHARLES-ANTOINE DE ROUVRE: Ja. Die Perspektive von oben bietet wirklich eine andere Dimension: Weit entfernte Landschaften rücken näher. Ich war in erster Linie vom Facettenreichtum der französischen Küsten fasziniert. Die Landschaft ändert sich ständig, aber trotzdem gibt es vom Norden bis zum Süden Ähnlichkeiten und Entsprechungen. Zum Beispiel die Kreidefelsen von Bonifacio auf Korsika und die Klippen von Etretat in der Normandie. Oder die roten Felsen im Nordwesten Korsikas, die an die Landschaft an der Côte d’Azur zwischen Fréjus und Saint-Raphaël erinnern.
ARTE: Mit welchem Projekt würden Sie Ihre Begeisterung für 3D am liebsten erneut umsetzen?
CHARLES-ANTOINE DE ROUVRE: Mit einem Film über das Gebirge. Weil es bereits auf natürliche Weise dreidimensional ist. Ich würde gerne einen Abenteuerfilm drehen, der den Alltag der Gebirgsprofis beschreibt.

INTERVIEW: STEPHANIE HESSE FÜR DAS ARTE MAGAZIN

 

3D-Empfang bei ARTE

 

ARTE wird am 19.2. auf dem Kanal ARTE-HD in 3D ausstrahlen. ARTE-HD empfangen Sie über den Satelliten ASTRA und über alle guten DSL- und Kabelanbieter. Beim 3D-Empfang kommt das Side-by-Side-Verfahren zum Einsatz, bei dem die Bilder für das rechte und linke Auge nebeneinander ausgestrahlt werden. Zum Empfang wird ein 3D-fähiger Fernseher und eine Shutter- beziehungsweise Polarisations-brille benötigt. Eine 3D-Ausstrahlung ist immer in HD und wird von den meisten 3D-Fernsehgeräten automatisch erkannt. Andernfalls stellen Sie im Menü des Fernsehers manuell auf den Modus Side-by-Side um. Zu Beginn der 3D-Ausstrahlung wird das Bild horizontal in der Mitte getrennt – die beiden nahezu identischen Bilder sind links und rechts sichtbar. Die eingeschaltete 3D-Brille und der Fernseher setzen die Bilder zu einem kristallklaren Bild zusammen. Zuschauer ohne 3D-fähigen Fernseher müssen auf den ARTE-Standardkanal umschalten.

Kategorien: Februar 2012