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ZU TISCH AN DER … AMALFIKÜSTE

fernsehbüro/Gerd Müller

fernsehbüro/Gerd Müller

DAS REZEPT

 

Spaghetti al limone
Spaghetti mit Petersilie und Zitronensoße
(für 4 Personen)

 

2 größere Knoblauchzehen, 1 Bund frische Petersilie, 2 Bio-Zitronen, 50 ml Olivenöl, Salz, 500 g Spaghetti

 

Knoblauch und Petersilie fein hacken. Die Schale einer der Zitronen abschälen und in kleine Stücke schneiden. Nun das Fruchtfleisch in feine Scheiben schneiden. Das Olivenöl in einer Pfanne kurz erhitzen, die Zutaten bei geringer Hitze etwa 5 Minuten garen, mit Salz abschmecken. Die bissfest gekochten Spaghetti in der Pfanne schwenken und mit dem Saft einer Zitrone übergießen.

 

 

 

ZU TISCH 

 

Seit die Normannen vor fast 1.000 Jahren die Zitrone an die Küste Kampaniens gebracht haben, wird die Frucht dort angebaut. Durch Pfropfen werden die Zitronenbäume veredelt, was für das besonders kräftige, etwas herbe Aroma der Amalfizitrone sorgt. Hierfür wird sie auf dem Markt hoch gehandelt. Ein sehr beliebtes Produkt der Region ist der Limoncello (Foto): Aus Zitronenschalen, die bis zu drei Tage lang in Grappa eingelegt und mit einer Wasser-Zucker-Lösung versetzt werden, entsteht dieser typische Likör. Amalfi ist einer der wenigen Orte, an dem Limoncello noch in reiner Handarbeit hergestellt und abgefüllt wird.

 

DIE REGION

Mit ihren strahlend weißen Häusern, den schmalen Gässchen und den Zitronenhainen ist die Amalfiküste zweifellos eine der schönsten Gegenden Kampaniens im Südwesten Italiens. Die „Costiera amalfitana“ ist deshalb von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden – sie ist der Inbegriff der mediterranen Landschaft: Kleine malerische Dörfer wie Amalfi (Foto), Praiano, Maiori und Ravello tragen zu ihrem Charme bei. Das Landesinnere ist von den rauen Gebirgsmassiven Picentini und Partenio sowie einiger Grotten geprägt. Die üppige Vegetation der Region ist vor allem dem fruchtbaren Lavaboden des noch immer aktiven Vesuvs zu verdanken. Pompeji, die antike Stadt am Fuße des Vulkans, wurde 79 n. Chr. unter einer 25 Meter dicken Ascheschicht begraben. Im 18. Jahrhundert begannen die ersten Ausgrabungen, deren größten Funde heute im Museo Archeologico Nazionale zu bewundern sind.

TYPISCH AMALFIKÜSTE

Die Papierherstellung ist eine der ältesten Traditionen Amalfis: Die im ersten Jahrhundert v. Chr. erfundene Technik fand schnell ihren Weg nach Euro-pa, vor allem zu den Handel treibenden Küstenstaaten.
So nahmen die Amalfitani die Technik auf und adaptierten sie: Das „Bambagina“-Papier ist auch heute noch für seine Qualität bekannt und bei Künstlern sehr beliebt. Hergestellt wird es aus Baumwollfetzen und Leinen, die unter Holzwalzen in einem mit Wasser gefüllten Becken zu einer Art Brei zermahlen werden. Diese Masse wird mit Bleichmitteln und Knochenleim versetzt – auf Siebrahmen kann das Papier dann trocknen. Im Papiermuseum Amalfis (Foto) ist diese alte Technik heute noch zu sehen und zu erleben.

Kategorien: Januar 2012