ZU TISCH IM … ALTAI-GEBIRGE

Matthias Pfister

Matthias Pfister

ZU TISCH 

Die langen Winter im Norden des Altai-Gebirges haben Einfluss auf die Essgewohnheiten der Einwohner. Vorratshaltung spielt gerade in abgeschiedenen Gebieten eine große Rolle. In eine gut gefüllte Vorratskammer gehört Kwas, ein russisches Erfrischungsgetränk, welches durch Gärung aus den Zutaten Wasser, Roggen und Malz gewonnen wird. Übersetzt heißt Kwas so viel wie „saurer Trank“. Er hat einen geringen Alkoholanteil und ist eine Grundzutat für Okroschka, eine kalte Suppe mit gekochten Eiern und Fleisch. Seinen Vorrat auffüllen kann man an den gelben Tankwagen (Foto), die das Getränk auf der Straße verkaufen.

 

 

 

DAS REZEPT

Manty mit Kürbisfüllung

(für 6 Personen)

500 g Kürbis, 2 Zwiebeln, 2 Eier, 1 kg Mehl, Salz, Öl, 300 ml Wasser

 

Für die Füllung Kürbis und Zwiebeln schälen, in kleine Würfel schneiden. Mit 3 EL Öl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Für den Teig lauwarmes Wasser, Eier und 1 TL Salz verrühren. Mehl hinzugeben und verkneten, dann zugedeckt 15 Minuten ruhen lassen.
Den Teig zu einer Rolle (ca. 3 cm Durchmesser) formen, in ca. 2,5 cm dicke Scheiben schneiden und ausrollen. 2 EL Füllung hineingeben, zusammenfalten und 40 Minuten dampfgaren, dabei nicht stapeln. Dazu passt eine helle Sauce. Prijatnovo appetita! – Guten Appetit!

 

DIE REGION

Das Altai-Gebirge ist ein mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Sibirien, der Mongolei und China. Es erstreckt sich über rund 2.100 km Länge von Südsibirien bis zum ostmongolischen Hochplateau. Der höchste Berg Belucha reicht bis auf 4.506 m Höhe.
Die großen Niederschlagsunterschiede und die verschiedenen Höhenlagen führen zu einer besonders vielfältigen Vegetation und Tierwelt. Im südlichen Altai finden sich ausgedehnte Wüstengebiete, während in der dünn besiedel-ten Gegend an der Grenze zu China, Kasachstan und der Mongolei bis heute Schneeleoparden und Bären leben.
Als Einnahmequelle sind Tiere bis heute unverzichtbar: Viele Menschen verdingen sich als Kamel-, Schaf- oder Yakzüchter, auch wenn sie nicht mehr wie vor wenigen Generationen als Nomaden mit ihren Jurten, einem traditionellen Zelt, durch die Berge ziehen.

TYPISCH ALTAI-GEBIRGE

Mit einem Holzofen beheizt wird sie mit 80 bis 100 °C genauso heiß wie die finnische Sauna. Durch Aufgüsse entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit – manchmal wird Wodka oder Bier hinzugefügt, was für ein besonderes Geruchserlebnis sorgt. In der Sauna ist das Quästen üblich: Mit Bündeln von frischen oder eingeweichten Birkenzweigen wird der Körper abgeschlagen, was die Blutzirkulation anregt. Weitere Traditionen und alternative Heilwege beschreibt das Buch „Am Feuer der Schamanin: Reisewege im sibiri-schen Altai“ von Cambra Skadé (Hans-Nietsch-Verlag).

 

 

Kategorien: November 2011